Nord

Mobilität in der Stadt
VCD Nord: Hamburg und Schleswig-Holstein

VCD Info Reise Wien - Zürich

Im November 2018 fand eine Inforeise des VCD Nord nach Zürich und Wien statt. In den kommenden Ausgaben dieses Newsletters werden kleine Berichte zu den einzelnen Stationen der Reise erscheinen. Dieses Mal geht es um die Seestadt Aspern.:

 

Die Seestadt Aspern ist ein Stadtteil von Wien. Bis 2028 sollen hier rund 25.000 Menschen ein neues Zuhause finden, bisher leben in Aspern 6.500 Menschen. Das Vorgehen der Stadt Wien ist dabei ein anderes als bei vielen Entwicklungsprojekten andernorts. So wurde als erste Baumaßnahme die U-Bahn-Linie 2 in den neuen Stadtteil verlängert, eine Stadtteilbuslinie eingerichtet, die Mischnutzung von Wohnen und Gewerbe im Konzept festgeschrieben und an vielen weiteren Stellen an nachhaltige Mobilität gedacht. Während unseres Besuchs waren nur wenige Autos auf den Straßen zu sehen. Das könnte zum einen an der Stellplatzsatzung liegen, die nur 0,7 Parkplätze pro Wohnung vorsieht, zum anderen daran, dass private Stellplätze nur in Sammelgaragen vorhanden sind. So muss das Auto (umständlich) aus der Garage geholt werden – für kurze Strecken lohnt sich das nicht. Allgemein fällt auf, dass in Seestadt Aspern langsam gefahren wird. Fußwege sind z.T. in der Mitte der Straße angelegt. Die Baufelder werden etappenweise erschlossen und bieten bereits heute neben Wohnraum auch Möglichkeiten der Nahversorgung. Wie in Wien üblich, werden einige Bauten erst nach dem Zusammenschluss der künftigen Bewohner in Baugruppen realisiert. So soll gewährleistet werden, dass in einem Bauprojekt gemeinsame Interessen wirken. Um die Wohnungspreise erschwinglich zu halten, wurden die Baukosten auf 1850 Euro je Quadratmeter festgelegt. Ein Teil seines Namens hat der Stadtteil wegen eines künstlich angelegten, nährstoffarmen Sees in der Mitte des Stadtteils, an dessen Rand ein einfaches Gebäude mit spitzem Dach in den Himmel ragt. Es bildet den Kern des Campus der Religionen, der dort entsteht und allen Regionen ein Zuhause bieten soll.

So richtig heimelig fühlte sich Seestadt Aspern beim Besuch der VCD-Gruppe noch  nicht an. Das mag an dem (noch) fehlenden Baumbestand liegen, der sich erst noch entwickeln wird. Insbesondere im Vergleich zu dem, was sich im Bereich des deutschen Wohnungsbaus tut, macht das Konzept und die ersten Schritte der Umsetzung jedoch einen positiven Eindruck. (PK)

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