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VCD Nord: Hamburg und Schleswig-Holstein

Batteriefabrik Heide – Verkehrsclub fordert gute Bahnanbindung für Pendler

Die im Oktober 2022 bekannt gewordenen Probleme der Bodenverfügbarkeit der geplanten Batteriefabrik in Heide kann aus Sicht des ökologischen Verkehrsclub VCD auch eine Chance sein, einen besseren Standort in der Umgebung zu finden. Denn die derzeitigen Planungen sehen kein Bahnanschluss für den ÖPNV vor. Der VCD begrüßt weiterhin die Ansiedlung der Batteriefabrik in Dithmarschen, fordert aber, dass in der weiteren Planung der An- und Abfahrt der künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

„Dass der Standort bisher so weit von der Bahnstrecke nach Büsum entfernt geplant wird, ist schon ein Problem und eine vertane Chance“, sagt Alexander Montana, Vorstandsmitglied des VCD Nord. Dabei wäre es so einfach. Auf den vorhandenen Bahnstrecken existierten Verbindungen nach Husum, Heide, Büsum und Hamburg. Besonders die Strecke nach Hamburg ist für den Fabrikstandort mit zukünftig 3000 Mitarbeitern interessant: Verkehrsminister Madsen hat erst vor wenigen Wochen angekündigt, dass die Bahnstrecke bei Itzehoe durch eine Neubaustrecke abgekürzt werden soll und Hamburg 10 Minuten schneller erreicht werden kann.

Um zu vermeiden, dass Pendler mit Bussen vom Bahnhof in Heide zur Batteriefabrik fahren müssen, fordert der VCD alle Beteiligten auf, auch alternative Standorte rund um Heide ins Auge zu fassen. Aus Sicht von Alexander Montana kommt dabei vor allem eine Fläche zwischen dem Bahnhof Tiebensee und der Bundesstraße 5 in Betracht: „Durch die Nähe zum Bahnhof Tiebensee können die Gleise ohne viel Aufwand auch für die Mitarbeiter und die Güterverkehre der Batteriefabrik ausgebaut und genutzt werden, sodass die Fabrik exzellent an das Schienennetz angebunden werden kann.“

Das allein reicht aus Sicht des VCD jedoch nicht aus. Damit der überwiegende Teil der neuen Mitarbeiter in Zukunft das ÖPNV-Angebot annimmt, soll aus Sicht des VCD jedoch noch weitergedacht werden: „Wir müssen dem Verkehr mehr Beachtung schenken und beispielsweise die Schichtpläne so gestalten, dass die Arbeitszeiten zu den Abfahrtszeiten der Bahn passen“. So sollen unattraktive Wartezeiten vermieden werden, fordert Montana. Zudem müssen auch Leihfahrräder angeboten werden. „Ziel muss es sein, dass 2/3 der Mitarbeiter nicht mit dem Auto zur Arbeit kommen“, so Montana.

Sorgen macht dem VCD auch der Güterverkehr zum neuen Werk. Die Hochbrücke bei Hochdonn ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Deshalb müssten Güterzüge möglicherweise über Neumünster und die Grüntaler Hochbrücke geführt werden. „Die Bahnstrecke zwischen Heide in Neumünster muss ohnehin dringend überarbeitet werden und eine Beschleunigung der Fahrzeit sowie ein Stundentakt eingeführt, Personenzüge fahren hier derzeit nur alle zwei Stunden,“ mahnt Montana. In diesem Zuge könnten auch Ausweichstellen für Güterzüge geschaffen werden.

Für künftige Ansiedlungspläne fordert der VCD mehr Weitblick mit Sicht auf die Verkehrsströme: „Die Raumordnungspläne sind teilweise Jahrzehnte alt und lassen die Verkehrswende unberücksichtigt. Zwar sollte am besten kein weiterer Boden versiegelt werden. „Wenn sich dies aber nicht vermeiden lässt, muss ein leistungsfähiger ÖPNV ein vorrangiges Standortkriterium sein, denn Ansiedlungen belasten durch den Verkehr Infrastruktur, Bevölkerung und Natur“, fordert Montana abschließend.

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