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VCD Nord: Hamburg und Schleswig-Holstein

VCD Nord stellt neues HVV-Tarifkonzept vor

Erst vor wenigen Wochen wurden die Fahrpreise des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) erhöht, die Diskussionen über günstige Abos für Bus und Bahn halten jedoch an. In diesem Zusammenhang wird immer wieder das 365-Euro-Jahresticket nach dem Wiener Modell genannt. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) will dieses Modell nun auf Hamburg übertragen und macht weitere Vorschläge für das Tarifkonzept der Metropolregion.

Wien hat 2012 die Preise für ein Jahresabo um etwa 20 Prozent auf 365 Euro reduziert. In der Folge sind die Fahrgastzahlen angestiegen und die Einnahmen haben sich signifikant erhöht, da Gelegenheitsnutzer auf die Jahreskarte umgestiegen sind und nun öfters den ÖPNV nutzen. Dieses erfolgreiche Modell möchte der VCD-Landesverband Nord nun auf den HVV übertragen. „Ein 365-Euro-Jahresticket für Schüler, Auszubildende und Senioren halten wir für realistisch“ ist Alexander Montana, Vorstandsmitglied des VCD-Nord optimistisch. Für Berufstätige hat der VCD ein umlagefinanziertes Jobticket konzipiert. Diese Fahrkarten können an Arbeitnehmer besonders günstig ausgegeben werden, wenn der Arbeitgeber freiwillig für jeden Arbeitnehmer einen Solidarbeitrag leistet. „Für Arbeitgeber kann ein Jobticket ein wichtiger Faktor beim Wettbewerb um Fachkräfte sein und wäre somit für alle Seiten ein Gewinn“, so Montana.

Als Ergänzung zu den Jahreskarten schlägt der VCD darüber hinaus eine Vereinfachung bei den Kurzstrecken-Fahrscheinen und einen Einheitspreis für Einzelfahrkarten in Hamburg vor. Für Fahrgäste ohne klassische Jahreskarte ist ein Freizeit-Abo vorgesehen. Dieses Abo soll außerhalb der Berufsverkehrszeiten gelten und für Menschen die nicht mit dem ÖPNV zu Schule oder Arbeit kommen ein attraktives Angebot darstellen. „Wir müssen die Verkehrsarten besser vernetzen. Wer nicht mit Bus und Bahn zur Arbeit fährt, will vielleicht in seiner Freizeit Ziele erreichen, die mit dem ÖPNV gut erreichbar sind“, erläutert Montana.

Für Touristen schlägt der VCD eine modifizierte „Hamburg-Card“ vor, die von Hotels an Gäste ausgegeben werden kann und 48 oder 72 Stunden lang für Fahrten im HVV gültig sein soll. Zusätzlich sollten HVV-Kombitickets bei Großveranstaltungen verpflichtend werden. „ Wer mit der Eintrittskarte automatisch auch die HVV-Karte erwirbt, wird sich zwei mal überlegen mit dem Auto zu fahren und so Straßen und Parkplätze entlasten“, so Montana.

Bei der Finanzierung des neuen Tarifkonzeptes sieht der VCD die Politik in der Pflicht: „Der Betriebskostenzuschuss der Stadt wurde unter Olaf Scholz 2011 eingefroren, von den steigenden Steuereinnahmen der letzten Jahre hat der ÖPNV nichts abbekommen, das gilt es nun zu ändern“, fordert Montana.

In den vergangenen Tagen hat der VCD seine Vorschläge dem HVV und der SPD vorgestellt und freut sich auf die öffentliche Diskussion.

Weiteres zum Thema: https://nord.vcd.org/themen/mobilitaet-in-der-stadt/oepnv-tarife/

Kontakt: Alexander Montana, 017651279312

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