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Einigung nach VCD-Klage gegen Bahnhof-Verlegung in Hamburg-Altona: Fahrgäste profitieren von Berücksichtigung des Deutschlandtakts

Im Klageverfahren Bahnhof Altona/Diebsteich haben der klagende Landesverband Nord des ökologischen Verkehrsclub VCD, die Hansestadt Hamburg und die Deutsche Bahn eine Verständigung erzielt. Die Hamburger Bürgerschaft muss der Einigung noch zustimmen.

Hamburg/Berlin, 11.02.2020. In der Vereinbarung werden umfassende Festlegungen für den neuen Fern- und Regionalbahnhof am Diebsteich, den öffentlichen Verkehr im Hamburger Westen sowie zur Entlastung des überlasteten Hamburger Hauptbahnhofs getroffen. Sie wird am morgigen Mittwoch der Hamburger Bürgerschaft zur Abstimmung vorgelegt. Die wichtigsten Punkte der Einigung:

  • Fahrgäste profitieren von Vereinbarungen zu mehr Kapazität und besserer Erreichbarkeit

  • Leistungsfähigkeit des neuen Fernbahnhofs Hamburg-Altona wird gestärkt und testiert

  • Konsens-Vereinbarung wird der Bürgerschaft zur Abstimmung vorgelegt

  • Der VCD ist im Gegenzug zur Rücknahme der Klage bereit.

Der Bahnhof Hamburg-Altona hat für den Deutschen ICE- und IC-Verkehr als Start und Endbahnhof sowie für den Regionalverkehr im Norden eine große Bedeutung. Kapazitätseinschränkungen würden den deutschlandweiten Bahn-Fernverkehr massiv behindern. Der neue Bahnhof muss deshalb die notwendige Leistungsfähigkeit auch für zukünftige Anforderungen wie den Deutschlandtakt bereithalten. Ein neues Drehkreuz für einen attraktiven ÖPNV und Fernverkehr entsteht im Hamburger Westen. „Der öffentliche Verkehr wird gestärkt, die Fahrgäste haben davon klare Vorteile. Die Verhandlungen und die damit verbundene Denkpause haben sich gelohnt“, sagt Matthias Kurzeck, Bundesvorstandsmitglied des VCD. „Die Hamburger Politik und die Deutsche Bahn tragen die Vereinbarung mit und zeigen damit, dass eine deutliche Verbesserung der bisherigen Planungen notwendig und möglich ist.“

Der ursprünglich geplante reine Ersatz des Bahnhofs Altona am neuen Standort Diebsteich hätte zu großen Nachteilen für die Fahrgäste im Hamburger Raum geführt. Gegen die Verlegung des Bahnhofs Altona hatte der VCD Nord gemeinsam mit der Bürgerinitiative Prellbock geklagt und einen vorläufigen Baustopp erreicht. Erst danach kam es zu einem „Faktencheck“, bei dem wesentliche Grundlagen z.B. zur Steigerung von Leistungsfähigkeit und Fahrgastzahlen gemeinsam erarbeitet wurden. Mit der erzielten Vereinbarung wird ein Paket geschnürt, das die entstehenden Nachteile überkompensieren soll.

Mit der Fortführung der Klage über Jahre wäre kaum ein besseres Ergebnis erzielbar gewesen, die errungenen Erfolge aber gefährdet worden. VCD-Nord Vorstand Rainer Schneider: „Der Kompromiss ist mit Vor- und Nachteilen verbunden, die Vorteile überwiegen deutlich. Mit der Vereinbarung haben wir für das System Schiene und den Deutschlandtakt, für die Fahrgäste im Hamburger Westen und darüber hinaus das erreichbare Maximum herausgeholt.“

Der VCD dankt Prellbock für die enge und intensive Zusammenarbeit und den übrigen Teilnehmern des Faktenchecks für ihre Kompromissbereitschaft. Der VCD bedankt sich auch bei dem ehemaligen Präsidenten des Hamburgischen Verfassungsgerichtes Friedrich-Joachim Mehmel, der die Verhandlungen als externer Moderator wesentlich unterstützte.

Kontakt:

Franziska Fischer, VCD-Pressesprecherin,: 030/ 280 351 -12, presse@vcd-org

Rainer Schneider, Vorstand VCD Nord: 040-28055120, E-Mail: nord@vcd.org


Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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