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Nord, Elektromobilität
Landesverband Nord

Elektroautos - Lösung oder Sackgasse? Diskussionsveranstaltung

Elektroautos - Lösung oder Sackgasse? Diskussionsveranstaltung am Mittwoch den 30. Mai um 19.00 Uhr im Saal der Kaffeewelt, Böckmannstr. 6 (St. Georg) mit Verkehrswissenschaftler Dr. Winfried Wolf. Seit 50 Jahren behauptet die Autoindustrie, es gäbe eine innere Reform der Autogesellschaft: mit Katalysator, mit spritsparenden Autos („Swatch-Car“), mit „Biosprit“. Jetzt also das Elektroauto.

 

Dabei ist die CO2-Bilanz eines E-Autos über seinen Lebenszyklus hinweg vergleichbar schlecht wie die eines Autos mit (sparsamem) Verbrenner-Motor. Und es gibt neue Probleme: E-Autos sind meist Stadtautos und dabei Zweitwagen. Pro Lithium-Batterie werden Millionen Liter Wasser verbraucht. Kobalt ist knapp und mit Kinderarbeit verbunden. Die Entsorgung der Batterien ist völlig ungeklärt. Eine flächendeckende Ladestruktur würde allein in der EU würde Hunderte Milliarden Euro kosten. Vor allem bleiben der Flächenverbrauch und damit Stadtzerstörung weitgehend identisch.

Wolf sieht in dem Boom für Elektro-Autos eine neue Sackgasse. Er analysiert diesen als logische Folge der aktuellen Konkurrenz in der Weltautobranche. Die aufsteigenden chinesischen Autokonzerne, die auf diesem Weg wollen auf diesem Weg an die Weltspitze rollen. Die westlichen Autokonzerne müssen den vorgaben von Peking folgen; sie sind vom chinesischen Markt abhängig. Im übrigen werde es beim aktuellen Trend zwar bis 2025 rund 150 Millionen Elektroautos geben. Gleichzeitig aber 1,3 Milliarden herkömmliche Pkw – und damit 300 Millionen mehr als bisher. Damit aber steigt die dem Autoverkehr zuzuordnende Klimabelastung weiter.
Es gibt Alternativen: Der Referent entwickelt die Konzeption einer alternativen Verkehrsorganisation. In dieser stehen der nichtmotorisierte Verkehr (zu Fuß Gehen, Fahrrad fahren), Straßenbahnen, S-Bahnen und die Bahn im Zentrum. Wolf widerlegt dabei die klassischen drei Totschlagargumente: Diese Alternative ist erstens finanzierbar (und kostet weniger als eine verlängerte Autogesellschaft). Sie schafft zweitens Millionen neue, gesellschaftliche sinnvolle Arbeitsplätze. Dafür lassen sich drittens Mehrheiten finden. Immerhin geht es um die Zukunft des Planeten und um die Möglichkeiten für ein akzeptables Leben zukünftiger Generationen.
Veranstalter: DIE LINKE Hamburg, LAG Umwelt, Energie und Verkehr

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