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Pressemitteilung: VCD Nord sieht in Maut-Befreiung für E-Lkws falsches Signal

Hamburg, 28.04.18. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer regt die Befreiung von E-Lkws von der Straßenmaut an. Aus Sicht des VCD Nord wäre dies ein völlig falsches Signal, denn auch elektrisch betriebene Lkws verstopfen Straßen, blockieren auf Autobahnen die rechte Spur, sind verantwortlich für marode Brücken sowie bestimmender Faktor bei der Bemessung von Straßen und Verkehrsknoten. Die Güterbahn hingegen muss weiterhin für die vollen Trassenpreise aufkommen, obwohl sie bereits weit überwiegend vollelektrisch fährt und keinen der Systemnachteile des Lkw aufweist. Von einer Preisermäßigung für den elektrischen Schienengüterverkehr ist jedenfalls bisher keine Rede.

Eine zusätzliche Subventionierung des Straßengüterverkehrs wird daher nach Einschätzung des VCD Nord zu noch mehr Staus und Baustellen führen. Während etwa die Autobahn A1 zwischen Lübeck und Reinfeld elektrifiziert werden soll, verfügt die parallel geführte Schiene von Hamburg zu den Lübecker Häfen über erhebliche ungenutzte Kapazitäten. Während Lkws den Berufsverkehr behindern, verschwinden Gleisanschlüsse und Laderampen, Logistikzentren entstehen vorwiegend an Autobahnknoten. Der Hamburger Hafen, der einen Großteil seiner Güter per Bahn ins Hinterland verschickt, wird auf diese Weise gegenüber seinen auf Lkw ausgerichteten Wettbewerbern weitere Nachteile erleiden. Oder er wird ebenfalls verstärkt auf die Straße setzen.

Der VCD Nord fordert den Bundesverkehrsminister und die Entscheider in Hamburg und Schleswig-Holstein auf, die Subventionierung des Straßengüterverkehrs nicht noch zu forcieren, sondern vielmehr die Wettbewerbsnachteile der umweltfreundlichen Güterbahn zu beseitigen. Wie das Beispiel Schweiz belegt, können Waren dann auf der Schiene sogar auf kürzeren Distanzen wirtschaftlich befördert werden. Güter gehören auf die Bahn.

VCD Landesverband Nord e.V.
Nernstweg 32-34
22765 Hamburg

Kontakt zu dieser Pressemitteilung:
Tel. 0176 2183 2034

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