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Wie kommt Lübeck zum Elektrobus?

Die Lübecker Altstadt bildet mit ihrer historischen Bausubstanz das attraktive Zentrum der Hansestadt. Getrübt wird das Bild malerischer Gassen durch eine starke Belastung durch parkende und fahrende Autos. Deshalb fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) einen emissionsarmen Busverkehr und attraktive Fahrplankonzepte.

Der innerstädtische ÖPNV ist überwiegend durch Diesel-Omnibusse geprägt. Sie verursachen eine erhebliche Emissions- und Lärmbelastung. Der Verkehrs- und Umweltverband VCD fordert deshalb die Busflotte im Innenstadtverkehr auf elektrische Antriebe umzustellen. „Wir fordern von den Entscheidungsträgern, verschiedene Antriebskonzepte vorurteilsfrei zu prüfen“, sagt Alexander Montana, Vorstandsmitglied des VCD Landesverband Nord e.V.

Als Alternative zu den gegenwärtig diskutierten Batterie-Omnibussen bringt der VCD ein weiteres Konzept ins Spiel: Hybrid-Oberleitungsbusse (HO-Busse) werden durch eine Oberleitung mit Strom versorgt. Auf Abschnitten, auf denen dies aus technischen oder städtebaulichen Gründen nicht möglich ist, kann mit Batteriestrom gefahren werden. „HO-Busse überzeugen durch den ökologischen Vorteil der kleineren Batterie. Dadurch ist das Fahrzeuggewicht geringer und die wirtschaftlichen und ökologischen Folgekosten der Batterieproduktion und -entsorgung fallen deutlich geringer aus“, führt Montana aus.

Die Vorteile von HO-Bussen haben auch die Städte Berlin und Marburg erkannt. So plant die Bundeshauptstadt die Einführung von Hybrid-Oberleitungsbussen auf rund der Hälfte des derzeitigen Busliniennetzes. „In beiden Städten dürfte auch die Förderung der Infrastruktur durch den Bund in Höhe von 55 bis 60 Prozent eine Rolle gespielt haben“ verweist Montana auf einen weiteren Vorzug des Systems.

Die Umstellung auf elektrische Busantriebe stellt Nahverkehrsunternehmen allerorten vor neue Herausforderungen. Der Bau von Oberleitungen und anderen Infrastrukturen für den elektrischen Busverkehr ist für viele Verkehrsunternehmen Neuland. Deshalb regt der VCD an, die Entkoppelung von Infrastruktur und Betrieb des Nahverkehrs zu prüfen. „Langfristige Investitionen in die Ladeinfrastruktur wie beispielsweise Oberleitungen könnten unabhängig von der Konzessionsdauer für den Betrieb des Nahverkehrs in den Händen der Stadt bleiben“, sagt Montana.

Für eine hohe Akzeptanz des öffentlichen Nahverkehrs sind auch attraktive Tarife und Verkehrsangebote notwendig. „Nur wenn die Fahrgäste gute Anschlüsse zum Zugverkehr und einfache und kostengünstige Tarifangebote vorfinden, kann der Umstieg vom Auto und die Entlastung der Lübecker Innenstadt gelingen“, so Montana. Der VCD schlägt daher ein umlagefinanziertes Job-Ticket vor, an dem sich lokale Arbeitgeber beteiligen. Unternehmen zahlen dabei einen geringen Sockelbetrag, im Gegenzug können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steuerbegünstigte Zeitkarten für den ÖPNV erhalten.

Kontakt: Alexander Montana, mobil 01765 1279312

Verkehrsclub Deutschland Landesverband Nord e.V.

Presse Schleswig-Holstein

presse-sh@vcd-nord.de

nord.vcd.org

 

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