VCD NRW Nachrichten http://nrw.vcd.org de_DE VCD NRW Sat, 04 Jul 2020 10:00:53 +0200 Sat, 04 Jul 2020 10:00:53 +0200 TYPO3 EXT:news news-6920 Wed, 24 Jun 2020 19:50:49 +0200 Der Fahrradbus fährt wieder! https://avv.de/de/fahrradbus news-6916 Tue, 23 Jun 2020 15:32:32 +0200 Kommunen wollen mehr Flieger statt Klimaschutz https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/kommunen-wollen-mehr-flieger-statt-klimaschutz/  

Am 24.6. will der Kreistag Kleve über eine Millionenhilfe für den Flughafen Niederrhein / Weeze entscheiden, die bei einer Pleite verloren wären. Der Flughafen ist von der Zukunft des rücksichtslosen Billigfliegers Ryanair abhängig.

Am 26.6. endet die Einspruchsfrist für die geänderte Planfeststellung des Flughafens Düsseldorf, der zur Hälfte der Stadt Düsseldorf gehört. Der Flughafen möchte u.a. noch mehr Flüge als in den Vor-Corona-Rekordzeiten haben.

Beide Ereignisse haben etwas gemeinsam. Zum einen haben offensichtlich weder die Auswirkungen der Corona-Krise (ökonomisch) noch die Klimaschutzziele (ökologisch) einen Einfluss auf die Anträge. Zum anderen spielen hier Kommunalpolitiker eine entscheidende Rolle.

Der Kreis Kleve und die Gemeinde Weeze sowie die Stadt Düsseldorf wollen anscheinend in der Landesliga der klimafreundlichen Kommunen auf die Abstiegsplätze.

Der VCD geht davon aus, dass die Bürgerinnen und Bürger das bei der NRW-Kommunalwahl im Herbst würdigen werden.

 

Nein, der Luftverkehr in Deutschland darf nicht wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen, die Selbstbeschränkung wäre auch ein positives Signal an andere Länder. Das Weltklima sollte endlich als systemrelevant erkannt werden, der Badeurlaub in Thailand oder der DomRep ist kein Grundrecht.

Ohne Beschäftigungsabbau ebenso wie bei der Lufthansa wird das nicht gehen, und das muss auf jeden Fall staatlich gestützt werden. Aber: weniger Ferntourismus bedeutet auch weniger Abfluss von Kaufkraft ins Ausland und mehr Arbeit im regionalen Tourismus. Ohne Reduzierung des Überkonsums und der Beschäftigung insgesamt werden wir ohnehin kein nachhaltiges Produktionsniveau in Deutschland erreichen.

 

P.S.: Natürlich ist es für betroffene Kommunen nicht leicht, wirtschaftliche Folgen einer Reduktion des Luftverkehrs zu tragen. Während die Passagiere aus der ganzen Region und darüber hinaus kommen, sind Einnahmen wie Risiken auf den Standort des Flugplatzes konzentriert. Die daraus entstandene Erpressbarkeit ist ein wichtiges taktisches Instrument der Luftverkehrsbranche. Dem kann und muss staatliche Unterstützung etwas entgegensetzen, mit Geld aus dem Abbau der besonderen Steuervorteile des Luftverkehrs.

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news-6915 Tue, 23 Jun 2020 12:00:34 +0200 Templergraben für Zu-Fuß-Gehende und Radfahrende https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/templergraben-fuer-zu-fuss-gehende-und-radfahrende/ PRESSEMITTEILUNG

Die studentische Initiative Uni.Urban.Mobil (U.U.M.) lädt zusammen mit dem VCD und dem ADFC am kommenden Freitag zu einer Fahrraddemonstration ein. Start ist um 18 Uhr am Elisenbrunnen. Nach einer etwa einstündigen gemeinsamen Radtour durch die Innenstadt erfolgt der Ausklang bei einem Sit-in am Templergraben vor dem Hauptgebäude der RWTH. Ein Coronaschutzkonzept liegt vor. Die Teilnehmenden werden gebeten, Masken zu tragen und Abstand zu halten.

 

Mit der Demo soll die aktuelle Bürgeranregung der Initiativen unterstützt werden, den Templergraben kurzfristig für Zu-Fuß-Gehende, Radfahrende und den Busverkehr zu reservieren und so den Stadtraum vor dem Hauptgebäude aufzuwerten. Der Templergraben wird Teil des geplanten Radverteilerrings auf dem Grabenring werden. Per Online-Petition werden hierfür Unterschriften gesammelt. 

 

Die Initiativen fordern eine kurzfristige Umsetzung der Maßnahme, um die umweltfreundlichen Verkehrsarten  zu stärken. Wichtig ist dies auch, um beim geplanten Neubau der Brücke Turmstraße diesen Innenstadtbereich vor massivem Umleitungsverkehr zu schützen. Stattdessen soll es ein Konzept für eine großräumige Umleitung geben.

 

Nähere Informationen zur Bürgeranregung und zur Online-Petition unter https://uum-ac.de/templergraben/

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news-6907 Sat, 20 Jun 2020 14:06:37 +0200 Außergerichtliche Einigung beim Klageverfahren zur Luftreinhalteplanung Köln - VCD Köln sieht die Einigung kritisch https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/aussergerichtliche-einigung-beim-klageverfahren-zur-luftreinhalteplanung-koeln-vcd-koeln-sieht-die-ei/ Während Landesregierung, Bezirksregierung und die Kölner Stadtverwaltung die außergerichtliche Einigung feierten und dabei vor allem betonten, dass Fahrverbote für Köln vom Tisch sind, betrachtet der VCD Regionalverband Köln die außergerichtliche Einigung wesentlich kritischer und sieht keinen Grund zum Jubeln: „Dass, was die Stadt als Gegenleistung für das Fahrverbot gegeben hat, hört sich zwar nach viel an, ist aber bei genauer Betrachtung sehr dürftig“, so Hans-Georg Kleinmann, Verkehrsexperte beim Kölner VCD.

Wenig Neues
Kleinmann wird konkret: „Es handelt sich dabei um Projekte, die zum Teil bereits umgesetzt wurden, wie die Expressbuslinien auf der Aachener Straße und Reduzierung des Kfz-Zuflusses mittels Pförtnerampel. Oder es sind Projekte, die bereits seit Jahren in Arbeit sind, wie die Erarbeitung und Umsetzung von Radverkehrskonzepten für die Stadtbezirke.“
Bei manchen aufgeführten Projekten moniert der VCD die fehlende zeitliche Konkretisierung, zum Beispiel beim Bau von fünf vollautomatisch betriebenen Bike Towern mit je 120 Fahrradabstellplätzen. Kleinmann: „Hier wird findet man lediglich die Aussage, dass diese ab 2020 gebaut werden. Eine Aussage, bis wann diese zu bauen sind, wäre viel wichtiger und vor allem kontrollierbar.“

Manches ist sogar kontraproduktiv
Nach Meinung des VCDs wurden sogar Projekte vereinbart, welche den Autoverkehr und die damit verbundenen Emissionen fördern, wie die Erneuerung und Optimierung von 20 Ampelanlagen auf der Luxemburger Straße, so dass Staus und Stop-Go-Verkehrssituationen vermieden werden.

Kleinmann: „Auf den ersten Blick hört sich das vernünftig an. Aber aus Erfahrung wissen wir, dass flüssiger Verkehr zusätzlichen Autoverkehr anzieht und somit zu mehr anstatt zu weniger Emissionen führt.“

Völlig vage bleiben die Vereinbarungen zu einer möglichen Einführung von Tempo 30 im Gebiet zwischen den Ringen und dem Rhein. Hier werden lediglich Untersuchungen zu den verkehrlichen Auswirkungen der Geschwindigkeitsbegrenzung in Aussicht gestellt. Somit kann die Gesamtbewertung der Maßnahmen durch den VCD nicht wirklich überraschen: „Gewogen und für zu leicht befunden.“

Pressemitteilung

Hier finden Sie die Pressemitteilungen der DUH und des Landes. Dort stehen auch der Vergleich und die enthaltenden Maßnahmen zum download bereit.
DUH  https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/deutsche-umwelthilfe-und-nrw-landesregierung-schliessen-vergleich-fuer-die-saubere-luft-und-den-einsti/
Land  https://www.umwelt.nrw.de/presse/detail/land-stadt-und-duh-einigen-sich-aussergerichtlich-auf-vergleich-im-klageverfahren-zur-luftreinhalteplanung-koeln-1592388404

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news-6869 Fri, 12 Jun 2020 14:50:34 +0200 Bereits in der Entstehung eine Erfolgsgeschichte, der Radschnellweg RS1 im Ruhrgebiet https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/bereits-in-der-entstehung-eine-erfolgsgeschichte-der-radschnellweg-rs1-im-ruhrgebiet/ Somit ist der RS1 zwischen den derzeitigen Endpunkten in Mülheim-Broich an der Hochschule Ruhr West (HRW) und dem Universitätsviertel in Essen an der Gladbecker Straße völlig kreuzungs- und pkw-frei befahrbar (Ausnahme 1 Kreuzung im Bereich der Berthold-Beitz-Boulevard, dort ist die letzte Brücke derzeit im Bau). Die Gesamtlänge dieses trassenmäßig fertiggestellten Abschnitts beträgt ca. 15 km.

Im Bereich des Mülheimer Hauptbahnhofs wurde eine induktive Fahrrad-Zählstelle errichtet.

Obwohl der Radweg derzeit weder nach Duisburg noch über Essen hinaus nach Osten weiter befahrbar ist werden bereits heute die prognostizierten Zahle erreicht bzw. teilweise sogar übertroffen.  Prognostiziert an der Zählstelle Mülheim waren nach seiner Endfertigstellung z. B. 2000 – 3000 Nutzer pro Tag.

An fahrradstarken Tagen (gutes Wetter, Freizeit) werden bereits heute über 6500 Radfahrende gezählt, an dem bisher benutzerstärksten Tag bis zum 12.Juni 2020 sogar 6.769.

Für Interessierte hier auch noch der Link zur Online-Auswertung aller Zählstellen der Firma „eco counter“. Zum Suchen der einzelnen Zählstellen scrollt man auf der angezeigten Weltkarte bis zu seiner Zählstelle.   

An den stark frequentierten Tagen zeigen sich jetzt erste Probleme und Konflikte, vor allem auf den gemeinsamen Fuß-/Radwegen ohne optische Trennung.

Denn nicht nur die Radfahrstreifen werden sehr gut angenommen sondern zumindest in den unmittelbaren Stadtbereichen nutzen auch Fuß- und Spaziergänger den Weg viel und gerne.

Auf dem RS1 tummeln sich dann neben den einzelnen Radfahrern auch Jogger, Skater, Familien mit Kinderwagen, kleine Kinder auf ihren Laufrädchen, eine große Anzahl Fußgänger, auch Gruppen von Radfahrern.

Man wird diese Entwicklung sehr genau beobachten müssen. Möglicherweise wird irgendwann auf den gemeinsamen Wegen ohne Trennmarkierung eine Verkehrsführung notwendig werden, um Unfälle zu vermeiden.

Insgesamt ist der heutige (fast) fertige Teil des Radschnellweg RS1 eine Erfolgsgeschichte. Viele Nutzer fiebern dem weiteren Ausbau in Richtung Westen und Osten entgegen.

Und die Beobachtungen hier lassen erwarten, dass auch die geplanten weiteren Radschnellwege in NRW ein Erfolg werden.

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news-6863 Fri, 12 Jun 2020 10:11:39 +0200 Auto statt Bus oder Rad? – VRR will Pkw-Fahrt zum Bahnhof belohnen https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/auto-statt-bus-oder-rad-vrr-will-pkw-fahrt-zum-bahnhof-belohnen/ Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) schlägt aktuell vor, dass Fahrgäste, die mit dem Auto zum Bahnhof kommen, im anstehenden eTarif-Test starke Vergünstigungen erhalten. Der VRR nennt ein Beispiel: Von Ratingen nach Düsseldorf kostet es derzeit 6€ (Einzel-Ticket), im eTarif sind es 4€, für P+R-Nutzer sollen es nur 2,60€ sein, also 1,40€ (= 35%) weniger.

Als Begründung wird genannt: „motorisierten Individualverkehr aus den Innenstädten herauszuhalten“ und „die intermodale Nutzung von Auto und ÖPNV zu fördern.“

Da stellen sich viele Fragen:

Bekommen P+R-Nutzer durch den kostenlosen Parkplatz nicht schon genug Förderung? Kann ich mit einem besonders großen Pkw vielleicht noch mehr Rabatt bekommen, weil ich die Innenstadt dann noch mehr entlaste?

Steigen vielleicht eher diejenigen aufs Auto um, die bisher z.B. mit dem Bus oder dem Rad zum Bahnhof kommen, weil sie Geld sparen können, und sind es gar nicht die Autofahrer, die heute bis in die Stadt zu ihrem (häufig kostenlosen) Firmen- oder Einkaufsparkplatz fahren?

Von den z.T. wenig belasteten Zubringerbussen zur Bahn werden Fahrgäste aufs Auto gelockt. Was sagen denn die Busunternehmen dazu? Wer zu Fuß oder mit dem Bus zum Bahnhof kommt, entlastet nicht die Innenstadt? Vielleicht fährt am Ende sogar der Zubringer-Bus seltener. 

Sind die P+R-Plätze generell so leer, dass sie mit Billigpreisen gefüllt werden müssen? Wir hören, dass sie an vielen Stellen erweitert werden sollen. Wieviel Fläche rund um die Bahnhöfe soll mit noch mehr Parkplätzen zugebaut werden, die viel Geld kosten, mehr Autoverkehr erzeugen und den Weg zu Fuß oder mit dem Rad zur Bahn eher behindern?

Ist P+R eigentlich so relevant für die Verkehrsentwicklung? Aktuell sind es 20.000 Plätze im VRR, zum Vergleich: die (bisherige) tägliche Fahrgastzahl im VRR liegt bei 4 Mio.

Noch ist dieser eTarif nur ein neuer Test, aber es kann schnell zur Regel werden.

Fazit: Der Fahrgastverband und Verkehrsclub VCD hält den Vorschlag des VRR, schlicht gesagt, für Unfug.

Tun wir doch einfach mehr für alle Fahrgäste! Der Sprung von Preisstufe A nach B etwa ist für alle zu groß. Vielleicht müssen wir coolere Namen finden, damit normale Fahrgäste am Bahnhof ernstgenommen werden: „Walk + Ride“ für Zufußgehen und „Multi-Ride“ für Busnutzung. Fahrgäste ohne Auto sind keine Fahrgäste 2. Klasse, und sie haben auch nicht mehr Geld übrig. Im Gegenteil!

Soll der Autoverkehr in den Innenstädten weniger werden, sind dort Parkgebühren das wirksame Mittel (inklusive Bewirtschaftung von Firmenparkplätzen).

 

Info: Vorschlag des VRR siehe: https://zvis.vrr.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=6317

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news-6855 Wed, 10 Jun 2020 20:43:25 +0200 Mehr Busse in den Sommerferien! https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/mehr-busse-in-den-sommerferien/ Üblicherweise bieten die Bus- und Bahnunternehmen in den Schulferien einen reduzierten Fahrplan an. Der VCD regt an, im Sommer 2020 eine deutlich erhöhte Frequenz von Fahrten anzubieten.

In der aktuellen Situation der Corona-Epidemie ist ein verstärkter Takt aus mehreren Gründen sinnvoll:

  • Durch die Notwendigkeit, auch und gerade in Bussen und Bahnen Mindestabstände einzuhalten, ist die Kapazität je Fahrzeug deutlich eingeschränkt.
  • Auf der anderen Seite werden dieses Jahr viele Menschen zu Hause bleiben und  Erholung in der näheren Umgebung suchen.

Zwar ist der Regel-Fahrplan stark auf die Anfangs- und Endzeiten der Schulen ausgerichtet, sodass er für den Bedarf in der Ferienzeit nicht optimal ausgelegt ist. Falls in der Kürze der Zeit die Ausarbeitung eines neuen Fahrplans nicht möglich ist, wird es das einfachste sein, den Fahrplan der Schulzeit im Wesentlichen weiter laufen zu lassen. Zusätzlich soll während der Ferienzeit der Fahrradbus in die Eifel jeden Tag planmäßig fahren.

 

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news-6842 Tue, 09 Jun 2020 09:56:00 +0200 Petition für autofreien Templergraben gestartet https://www.openpetition.de/petition/online/unterbindung-der-schleichverkehre-auf-dem-templergraben-im-bereich-des-hauptgebaeudes-der-hochschule news-6840 Mon, 08 Jun 2020 22:56:37 +0200 Corona-Konjunkturpaket und Verkehr https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/corona-konjunkturpaket-und-verkehr/ Was bringt das Konjunkturpaket des Bundes für den Verkehr?

Die Mehrwertsteuersenkung trifft natürlich auch den Verkehr. Ob eine Preissenkung um max. 2,5% der große „Wumms“ ist, von dem der Finanzminister spricht, ist fraglich. (2,5% ist die Spanne von 1,19 auf 1,16 des Nettopreises, und das auch nur, wenn der Handel das voll weitergibt.) Den alten Über-Konsum unterschiedslos wieder „anzukurbeln“, ist grundsätzlich nicht nachhaltig, da blieb das verkündete Klimaziel der Kanzlerin außen vor. Ein Preisbeispiel: ein Pkw für 30.000 € wird für Private um 750€ billiger, Firmenwagen (2/3 aller Neuwagen) betrifft es aber gar nicht.

Kfz-Förderung

Apropos Auto: die allgemeine Autoprämie kommt nach viel Kritik im Vorfeld (auch vom VCD) nicht, aber es wird die E-Auto-Prämie (als „Innovationsprämie“) um 3.000 Euro aufgestockt, insgesamt für 2,2 Mrd.€ (sofern sie überhaupt abgerufen werden). Dann können sich jetzt Gutverdiener billiger schicke neue Autos aus Frankreich, Japan oder USA kaufen (denn deutsche Unternehmen haben lange Lieferfristen) bzw. von der Firma bezahlen lassen, mit einem unsicheren Arbeitsplatz wird man das nicht tun.

Daneben soll die Ladeinfrastruktur plus Entwicklung der sog. „Elektromobilität“ (auf der Straße) und Batteriezellen-Produktion mit 2,5 Mrd.€ gefördert werden. (Sind „(E-)Tankstellen“ eigentlich eine öffentliche Aufgabe?) Die Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos wird verlängert, sie zahlen auch keine hohe Energiesteuer wie fossile Kfz. – Irgendwann werden auch E-Autos für ihre Wege- und Infrastrukturkosten einen Beitrag zahlen müssen, sonst wird dem Staat viel Geld fehlen.

Zusätzlich gibt es weiteres Geld speziell für die Autobranche: Investitions- u. Forschungs-Förderung (2 Mrd.€), (E-)Flottenerneuerung für Unternehmen inkl. Bussen (1,2 Mrd. + EU-Mittel), Wasserstoffstrategie (9 Mrd.€ Förderung, Anteil des Verkehrs unbekannt, aber nicht unbedeutend), vielleicht auch Mittel aus dem Sektor Digitalisierung.

Alles in allem sind für den Kfz-Verkehr und neue Antriebe ca. 7 (+ x) Mrd.€ vorgesehen. Von den verträglicheren (und preiswerteren) Zweirädern, vom E-Roller bis zum Pedelec, ist nicht die Rede.

Außerdem wird eine stärkere Ausrichtung der Kfz-Steuer am CO2-Ausstoß ab 2021 in Aussicht gestellt. Die problematischen großen Dienstwagen wird das vermutlich wenig beeinflussen.

Der aktuelle Verfall der Kraftstoffpreise ist eine starke Gegenförderung: 20 ct./l niedrigere Preise für Benzin und Diesel gegenüber Jahresbeginn bedeuten etwa 14 Mrd.€ Entlastung bzw. „Förderung“ des fossilen Straßenverkehrs (Pkw + Lkw). Die Corona-Nachfrageschwäche könnte den Trend noch verstärken. Ob die geplante CO2-Bepreisung gegensteuern kann, ist zweifelhaft.

Für den öffentlichen Verkehr fällt auch etwas ab

Die Bahn bekommt weitere 5 Mrd., außerdem 150 Mio.€ für die Ausrüstung der Fahrzeuge mit neuem Mobilfunk. (Könnte das auch der Digitalisierung des Bahnbetriebs nutzen?) Der Bund darf aber bei der Eisenbahn nicht nur an sein eigenes Unternehmen denken.

Der ÖPNV soll 2,5 Mrd. € zusätzlich in diesem Jahr erhalten. Das entspricht etwa 20% der Einnahmen, und ist die Hälfte der von den Ländern geschätzten Einnahmenausfälle 2020 von 5 Mrd.€. Die Länder wollen einen gleich hohen Betrag bereitstellen, beschlossen ist das noch nicht. Das Bundes-Geld wird über die Regionalisierungs-Mittel verteilt, die vorrangig für den Eisenbahn-Verkehr gedacht sind, jetzt aber auch für den lokalen ÖPNV-Betrieb verwendet werden sollen. Für NRW wären das etwa 420 Mio.€ mehr.

Die Einnahmenprobleme des öffentlichen Verkehrs sind langfristig, Geld gibt es jetzt nur für das aktuelle Jahr, die weitere Zukunft bleibt unsicher, zusätzlich steigt der Aufwand. Das ist für Unternehmen wie für Fahrgäste (die häufig Wenigverdiener sind) wie für Kommunen problematisch. E-Busse werden besonders gefördert, nicht aber Schienenfahrzeuge. Neue Antriebe helfen aber weder ÖPNV-Unternehmen noch Fahrgästen bei ihren akuten Problemen. Zumindest Corona-bedingte Umbauten an Fahrzeugen und Stationen sowie Kapazitäts-Erweiterungen sollten direkt finanziert werden.

Tickets müssten wegen der reduzierten Mehrwertsteuer um geringe 2% billiger werden. Und der elektrische ÖPNV könnte von der Dämpfung der EEG-Umlage profitieren, die aber für ihn ohnehin schon stark ermäßigt ist.

Allgemeine Steuererleichterungen nutzen auch den ÖPNV-Unternehmen, sind allerdings großenteils nur Verschiebungen in Folgejahre, die für den ÖPNV kaum einfacher werden. Kurzarbeitergeld hilft der Branche wenig, da das Verkehrsangebot voll geleistet werden soll, nur eben mit weniger Kunden.

Die merkliche Entlastung der kommunalen Finanzen (Sozialkosten, Gewerbesteuer) hilft auch den ÖPNV-Unternehmen, die ihnen gehören bzw. von ihnen bezahlt werden, mehr Geld als vor der Krise für die neuen Anforderungen ist deswegen aber nicht vorhanden.

Die versprochene Entbürokratisierung der (EU-)Regeln für Planungen, Vergaben und Wettbewerb könnte gerade für den ÖPNV eine wichtige Erleichterung werden.

Eine Rahmenregelung für Beihilfen „der Länder“ an ÖPNV-Unternehmen inkl. Notifizierung bei der EU wird versprochen. Hier gilt wieder die Fiktion, Länder und Kommunen wären im „Normalfall“ alleine für den Betrieb des ÖPNV (außerhalb der Bahn) zuständig, obwohl es der Bund ist, der sowohl für klimaschonenden Verkehr als auch für gleichwertige Lebens- (und Verkehrs-) Verhältnisse im ganzen Land verantwortlich ist. Der Bund kassiert zudem fast alle Einnahmen aus dem Verkehrs-Sektor (z.B. 35 Mrd.€/J. Energiesteuer) und hat mit dem Abbau umweltschädlicher Steuer-Erleichterungen weitere Ressourcen. Deshalb ist eine wichtige Forderung, dass sich der Bund dauerhaft an der Betriebsfinanzierung des ÖPNV beteiligt.

Allgemeines und andere Bereiche

Die Schifffahrt bekommt 1 Mrd. für Kanäle, Landstrom, sauberere Antriebe etc.

Der Luftverkehr bekommt 1 Mrd. für fossile Flugzeuge. Das ist ein Schlag gegen die Nachhaltigkeit, wenn eine stark umweltschädigende Branche mit Dumpingpreisen und fast ohne Verbrauchs-Besteuerung zusätzliches öffentliches Geld bekommt. Wenn das Geld aus höherer Luftverkehrs-Steuer käme, wäre es vielleicht akzeptabel. Und: kann das wettbewerbsneutral verteilt werden?

Fazit:

Es gibt viel fürs Auto, auch viel für die (bundeseigene) Bahn, zu wenig Nachhaltiges für den ÖPNV, dessen große Probleme Ländern und Kommunen überlassen bleiben, die das aber überfordert.

Die ergänzenden Verwaltungsmaßnahmen (Planung und Vergabe, Kfz-Steuer) sind wichtig, aber noch in Arbeit.

Die konkreten Verkehrs-Maßnahmen pro E-Auto und nicht pro ÖPNV sind alles andere als sozial. Die Luftverkehrsförderung ist alles andere als ökologisch.

 

Hintergrund-Infos zu einzelnen Themen:

Das Konjunkturpaket im Wortlaut: https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Schlaglichter/Konjunkturpaket/das-konjunkturpaket.html

Umweltbonus für E-Autos: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/umweltbonus-1692646

Kraftstoffpreise: https://www.mwv.de/statistiken/verbraucherpreise/

Wasserstoffstrategie: https://www.bmbf.de/de/nationale-wasserstoffstrategie-9916.html

Klimaschutzpaket (2019): https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Klimaschutz/2019-09-20-Klimaschutzprogramm-kurzfassung.html

ÖPNV-Statistiken: https://www.vdv.de/daten-fakten.aspx

Pressemitteilungen des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen: https://www.vdv.de/presse.aspx

Verkehrsministerkonferenz zum ÖPNV: www.verkehrsministerkonferenz.de/VMK/DE/termine/sitzungen/20-05-28-vmk-telko.html

VCD-Konzept „Neustart Grüne Mobilität“: https://www.vcd.org/themen/verkehrspolitik/nach-corona-neustart-in-die-gruene-mobilitaet/

EU-Wiederaufbauplan: https://ec.europa.eu/info/live-work-travel-eu/health/coronavirus-response/recovery-plan-europe_de

 

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news-6828 Wed, 03 Jun 2020 21:23:13 +0200 Online-Petition für einen attraktiven Templergraben in Aachen https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/online-petition-fuer-einen-attraktiven-templergraben-in-aachen/ Das ursprüngliche Konzept eines städtebaulich wertvollen Platzes ist seinerzeit massiv verwässert worden – über die glücklose Idee eines “Shared Space” ist letztendlich daraus eine reine 30er-Zone geworden. Aus unserer Sicht nichts Halbes und nichts Ganzes.

 

Stattdessen soll der Templergraben zu einer Oase mit hoher Aufenthaltsqualität werden. Dazu startet die Studierendeninititiative Uni.Urban.Mobil (U.U.M) zusammen mit VCD und ADFC eine Online-Petition.

Die Petition wird am 8. 6. freigeschaltet. Vorab gibt es eine Pressemitteilung dazu.

 

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news-6816 Sun, 31 May 2020 10:34:59 +0200 Warum eine Autoprämie Unfug ist https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/warum-eine-autopraemie-unfug-ist/ Viel wurde schon zu Autoprämien gesagt und geschrieben, aus Politik, Medien und Verbänden gibt es viel Kritik. Am Dienstag soll darüber im Koalitionsausschuss gesprochen werden. Der VCD NRW hat eine kurze Merkliste erstellt mit acht Gründen, warum eine Autoprämie Unsinn ist. Bundespolitiker aus NRW sollten das mit nach Berlin nehmen.

  1. Eine Kaufprämie ist wirtschaftspolitisch wirkungslos, sagen Ökonomen, denn es werden i.d.R. nur Käufe vorgezogen, das Umsatzloch kommt dann danach. (Und solange die Debatte läuft, werden gar keine Autos gekauft.) Nur wer ohnehin vorhat, sich in nächster Zeit ein Auto zu kaufen, wird sich für diese große Investition entscheiden und dann die Prämie mitnehmen, bei unsicheren Beschäftigungsverhältnissen aber sicher verzichten.
  2. Kaufprämien kommen kaum deutschen Herstellern zugute (falls man so national denken will), denn meist werden ausländische Kleinwagen oder E-Autos gekauft. Und Prämien gewöhnen die Käufer an hohe Rabatte.
  3. Deutsche Autokonzerne haben Liquiditätsreserven in zweistelliger Milliardenhöhe, sie können also eine Durststrecke gut durchhalten, und sind darüber hinaus auch sicher kreditwürdig. Für die Branche gibt es im Übrigen die üblichen Entlastungen: Kurzarbeitergeld, Sonderkredite, Steuererleichterungen.
  4. Das Auto ist der Gewinner der Corona-Krise, sagen Verkehrswissenschaftler, billiger Kraftstoff ist aktuell bereits eine große Förderung.
  5. Andere Branchen sind viel bedürftiger. Größe des Konzerns und Nähe zur Regierung sollten keine Kriterien sein. Für Kühlschränke und Möbel, Pedelecs und ÖPNV-Abos, Konzertkarten und Sportvereine gibt es wohl keine Kaufanreize.
  6. Deutsche Firmen können schon heute die Nachfrage nach E-Autos kaum befriedigen und haben hohe Lieferzeiten, weitere Kaufanreize speziell für E-Autos laufen also ins Leere.
  7. Mehr private Autos sind ineffizient und grundsätzlich kein Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Das gilt besonders für Verbrenner, aber auch für schwere E-Autos und Hybride.
  8. Die Autobranche wird in den nächsten Jahren durch die gewollte Umstellung auf E-Autos ohnehin umgewälzt, was Lieferketten und Wertschöpfung, Unternehmen und Produktions-Stätten betrifft. Es muss also um Konversion statt um den Erhalt alter Produktion gehen.

 

Einige Hintergrundinfos für ökonomische und verkehrliche Fragen:

Capital: Die Abwrackprämie von 2009 in Zahlen - https://www.capital.de/wirtschaft-politik/die-abwrackpraemie-von-2009-in-zahlen

Handelsblatt: Kaufanreize für Autobranche - https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gipfel-im-kanzleramt-bundesregierung-stellt-kaufanreize-fuer-autobranche-in-aussicht-entscheidung-bis-juni/25802510.html

Redaktionsnetzwerk D.:  Elektroautos – steigende Nachfrage und lange Lieferzeiten - https://www.rnd.de/wirtschaft/elektroautos-steigende-nachfrage-und-lange-lieferzeiten-ZIZLFIQNQKOVDMHPTVZ3CAZLAY.html

infas: Kaum ÖPNV, viel Fahrrad und immer noch Auto; Tracking-Report von infas und Motiontag (mehrere Reporte) - https://www.infas.de/neuigkeit/die-mobilitaet-und-corona-kaum-oepnv-viel-fahrrad-und-immer-noch-auto/

DLR Befragung: Wie verändert Corona unsere Mobilität - https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2020/02/20200506_dlr-befragung-wie-veraendert-corona-unsere-mobilitaet.html

VCD: Warum Kaufprämien für Autos keine Lösung sind .. - https://www.vcd.org/startseite/newsroom-uebersicht/vcd-verkehrswende-blog/warum-kaufpraemien-fuer-autos-keine-loesung-sind-und-was-stattdessen-noetig-ist/

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news-6832 Sat, 30 May 2020 08:00:00 +0200 Kreise Minden-Lübbecke und Herford: Stadtradeln 2020 https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/kreise-minden-luebbecke-und-herford-stadtradeln-2020/ Radfahren ist gut für das Klima, hält fit und macht einfach Spaß. Stadtradeln ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob Du bereits jeden Tag fährst oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs bist. Jeder Kilometer zählt. Du sammelst Deine km zugleich für Deine Kommune, und Du kannst außerdem mit anderen Teams bilden, für die Deine km dann auch zählen (Familie, Bekannte, Betrieb, Schule, Verein, etc.).

Das Stadtradeln ist eine Kampagne des Klima-Bündnis. Das ist ein Netzwerk europäischer Kommunen in Partnerschaft mit indigenen Völkern, das lokale Antworten auf den globalen Klimawandel entwickelt.

Zentrale Internet-Seite

Info, Spielregeln, Ergebnisse, Hinweise zur optionalen Stadtradeln-App (km-Erfassung auch automatisch möglich), Registrierung, u.a.:
www.stadtradeln.de

Kreis Minden-Lübbecke

Kreis Herford

Ansprechpartner: z.B. Dr. Frederik Wegener (für Kreis Minden-Lübbecke), Frau Inna Sawatzki (für Stadt Minden), Herr Daniel Falk und Frau Anna-Lena Mügge (für Kreis Herford), Frau Laetitia Müller (für Stadt Herford)), und andere der jeweiligen Kommunen;
im VCD Thomas Dippert, Gotthard Korella, Clemens Niemann, u.a.
(20.05.2020 GK)

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news-6790 Wed, 27 May 2020 20:08:23 +0200 Stadtradeln 2020 https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/stadtradeln-2020/ Wie jedes Jahr wollen wir vom VCD aus ein Team für das Stadtradeln anmelden. Alle Mitglieder, Freundinnen und Freunde, Gäste und sonstige Radfahrende sind herzlich willkommen! Das Prozedere und die Spielregeln sind bestimmt noch aus den Vorjahren bekannt.

 

Hier der Anmeldelink!

 

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news-6779 Mon, 25 May 2020 08:10:41 +0200 VCD begrüßt die Bewirtschaftung der P&R-Anlagen Weiden-West und Frankfurter Straße https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/vcd-begruesst-die-bewirtschaftung-der-pr-anlagen-weiden-west-und-frankfurter-strasse/ Für Nutzer*innen, die ein gültiges Ticket des Verkehrsverbundes VRS nachweisen können und ihr Auto nicht länger als 24 Stunden abstellen, ist die Nutzung der P&R-Anlage kostenfrei. Danach wird je angebrochenem Tag eine Gebühr von 25 Euro fällig.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt diese Maßnahmen der KVB. Ralph Herbertz, Verkehrsexperte beim Kölner VCD: „Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass Urlauber ihre Autos für die Dauer ihrer Reise in Weiden-West abstellen, häufig um Parkgebühren am Flughafen zu sparen. Diese „Fehlbelegung" hinderte bislang viele Pendler am Umstieg auf die S-Bahn oder die Stadtbahn, weil sie einfach keinen Stellplatz für ihren PKW mehr fanden."

Nur ein erster Schritt

Herbertz weiter: „Diesen Einstieg in die Bewirtschaftung der P&R-Anlage sehen wir allerdings nur als ersten Schritt hin zu einer besseren Ausnutzung der Anlage. Als nächsten Schritt sollten bevorzugte Stellplätze für Fahrgemeinschaften eingerichtet werden. Dadurch können mehr Pendler als nur einer pro Auto von der P&R-Anlage und ihren exzellenten ÖPNV-Verbindungen profitieren."

Verbesserung der Anbindung mit Bussen

Aus Sicht des VCD ist das Potential für die Vermeidung der Überlastung der P&R-Anlage Weiden-West noch lange nicht ausgeschöpft. Herbertz dazu: „Vorbildlich reagierte die Verkehrsgesellschaft des Rhein-Erft-Kreises, welche seit Herbst letzten Jahres zu den Hauptverkehrszeiten im 15-Minuten-Takt zusätzliche Fahrten nach Weiden-West durchführt, und zwar mit der Buslinie 961 von Glessen über Dansweiler und Brauweiler sowie mit der Buslinie 965 von Frechen-Stadtmitte. Von solchen Zubringer-Busverbindungen nach Weiden-West müsste es noch deutlich mehr geben. Das wäre dann eine gute Alternative für Auto-Pendler und eine weitere spürbare Entlastung für die P&R-Anlage Weiden-West."

Der Ausbau der P&R-Anlage Weiden-West kann möglicherweise vermieden werden

Die mit 685 Stellplätzen größte Kölner P&R-Anlage Weiden-West soll in naher Zukunft um 570 weitere Plätze erweitert werden. Die geschätzten Kosten sollen sich auf 6,7 Millionen Euro belaufen, eine entsprechende Machbarkeitsstudie steht vor dem Abschluss. Der VCD plädiert dafür, erst einmal die Bewirtschaftung der Anlage zu erweitern sowie weitere Zubringer-Buslinien einzurichten, bevor der Umbau in Auftrag gegeben wird.

 

Pressemitteilung

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news-6773 Fri, 22 May 2020 21:59:32 +0200 "Pop-Up-Radwege" - auch für Aachen!? UPDATE https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/pop-up-radwege-auch-fuer-aachen-update/ Die Aktion

Am 23. Mai wurde ein temporärer Radweg auf der Jülicher Straße angelegt, und zwar in Form einer “Protected Bike Lane”: Eine ganze Fahrspur, die mit roten Hütchen vom Rest der Fahrbahn abgetrennt ist. In kürzester Zeit kann so eine verkehrsfreundliche Umgestaltung einer Hauptachse vorgenommen werden.

Leider war die Aktion zeitlich befristet, sodass der “Pop Up”-Radweg nach wenigen Stunden wieder abgebaut werden musste. Einige Erkenntnisse, die gewonnen wurden:

  1. Es geht! Ohne große Planung und mit geringen Mitteln können Radspuren zumindest provisorisch angelegt werden – übrigens auch ohne dass der Autoverkehr zusammenbricht.
  2. Unglaublich, wie viele Postboten samstags morgens auf ihren Diensträdern in die Stadt rollen. Alleine für sie würde sich die Bike Lane schon lohnen.
  3. Bei einer “echten” Umsetzung muss die Spur bis zum Hansemannplatz weiter geführt werden, sonst ist sie nur halb so wirkungsvoll.

Hier einige Bilder von der Aktion. Untenstehend noch der Text der Einladung an die Presse mit weiteren Informationen.

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news-6758 Tue, 19 May 2020 18:40:52 +0200 Kommentar zur Beschlussvorlage „Erweiterung des Verkehrsmanagementsystems und Errichtung von 80 Dauerzählstellen “ https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/kommentar-zur-beschlussvorlage-erweiterung-des-verkehrsmanagementsystems-und-errichtung-von-80-daue/ Mögliche positive Auswirkungen auf den Klimaschutz sind angesichts der Begründungen und Erläuterungen in der Vorlage nicht erkennbar. Unsere Kritikpunkte im Einzelnen:


1. Die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden ist nicht gegeben
Bei der Hälfte der neuen Zählstellen soll der Radverkehr undifferenziert miterfasst werden, bei der anderen Hälfte gar nicht. Der Fußverkehr wird überhaupt nicht berücksichtigt, dabei hat dieser in der Innenstadt einen Anteil von rund 40%, ebenso in vielen Ortsstraßen und Hauptstraßen in den Vierteln.
Während der KFZ-Verkehr differenziert gezählt wird (PKW, PKW mit Anhänger, Busse, LKW, LKW mit Anhänger, etc.), wird der Radverkehr freundlicherweise miterfasst – allerdings nur undifferenziert. Dabei wäre gerade eine Unterscheidung nach Lastenrädern, Gespannen mit (Kinder)Anhängern, Rikschas für die erforderlichen Breiten von Radinfrastruktur außerordentlich wichtig.
Ausgerechnet in der Innenstadt soll der KFZ-Lieferverkehr nicht differenziert werden, dabei ist er hier besonders bedeutsam.


2. Die Standorte der Dauerzählstellen sind unzulänglich gewählt
Alleine 40 Dauerzählstellen sind in der Innenstadt geplant. Der Radverkehr wird dort (undifferenziert) freundlicherweise miterfasst. Bei weiteren 40 Zählstellen an Hauptstraßen außerhalb der Innenstadt soll ausschließlich der KFZ-Verkehr erfasst werden. Der Radverkehr wird somit nicht flächendeckend gezählt, sondern nur in der Innenstadt. Es gibt in Köln aber auch in den anderen Stadtvierteln, im Außenbereich und auf zahlreichen Pendlerstrecken einen hohen Radverkehrsanteil. Auch an Hauptverkehrsstraßen gibt es Radund Fußverkehr, so auf Luxemburger Straße, Aachener Straße, Bergisch Gladbacher Straße, und vielen mehr. Die einzigen Straßen ohne Radverkehr sind die Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen. Bekannte Hotspots mit hoher NO2-Belastung sind nicht nur in der Innenstadt, wie es in der Verwaltungsvorlage steht, sondern an Hauptverkehrsstraßen mit Radverkehr (Clevischer Ring, Luxemburger Straße, Aachener Straße in Weiden). Aus der Verwaltungsvorlage ist nicht zu entnehmen, ob und wie an diesen Stellen dauergezählt wird.


3. Der Klimaschutz als Zielsetzung ist faktisch nicht erkennbar
Die Verwaltung richtet die Dauerzählstellen mit folgender Zielrichtung ein um:
a. „den Verkehrsablauf insbesondere an hochbelasteten Hauptverkehrsstraßen zu verstetigen“
Damit meint sie aber nur den KFZ-Verkehr – denn der Rad- und Fußverkehr wird hier gar nicht erfasst.
Seit über zehn Jahren scheitert die Verwaltung daran, mit einer umweltsensitiven Ampelsteuerung die Überschreitung der Messwerte am Clevischen Ring in Köln-Mülheim zu senken. Nur durch die Teil-Sperrung der Mülheimer Brücke sind die Werte gesunken.
 

b. „in der Straßen- und Verkehrsplanung zur bedarfsgerechten und nachhaltigen Planung und zum Ausbau der Straßeninfrastruktur“
Auch hier ist der Rad- und Fußverkehr gar nicht erwähnt. Es geht nur um Straßenplanung für den KFZ-Verkehr.
Zudem ist der „Bedarf“ im Sinne des aktuell vorhandenen Verkehrs nicht der alles entscheidende Faktor bei der Planung. Die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung beziehen auch andere Faktoren und Ziele mit ein – siehe Ausbau des Gürtels, Querspange Porz-Zündorf, Rheinspange.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass die Verwaltung mit ‚Verkehr‘ immer nur den aktuellen KFZ- Verkehr von heute meint. Wir müssen die Planungen endlich am Verkehr von morgen ausrichten und dabei Fuß- und Radverkehr viel stärker berücksichtigen“, so Christian Hölzel vom ADFC. „Dabei dürfen wir die Zahlen nicht nur verwalten – wir müssen sie auch zur aktiven Gestaltung nutzen! Wofür brauchen wir sonst weitere Zählstellen, wenn die Verwaltung schon angesichts des explosionsartigen Anstiegs des Radverkehrs in den letzten Wochen nicht handelt?“
„Diese Zahlen interessieren die Stadtverwaltung überhaupt nicht, wie sollen wir denn glauben, dass die Zahlen der neuen teuren Dauerzählstellen in der Verwaltung irgendwen interessieren.“, so Roland Schüler. „Jetzt hätte der Beweis erbracht werden können, das Zahlen und Fakten aus Zählstellen die Verwaltung zum Handeln bewegen.“

c. „Die Maßnahmen sollen von 2020 bis 2022 umgesetzt werden“
Nach dem Vergleich mit der Deutschen Umwelthilfe zur Luftreinhaltung ist die Stadt Köln verpflichtet, jetzt zu handeln und nicht erst ab 2022, wenn ihre Dauerzählstellen Daten liefern.


d. „Zur Weiterverwendung in Prognosemodellen für die Beurteilung städtebaulicher Entwicklungen“
„Wie können denn Prognosemodelle für eine Beurteilung städtebaulicher Entwicklung erstellt werden, wenn wesentliche umweltgerechte Verkehre – Fuß- und Radverkehr – gar nicht erfasst werden?“ So Melani Lauven vom VCD. „Dann werden wir auch in Zukunft nur sagen können, dass wir mehr Straßen für mehr KFZ-Verkehr benötigen, da dieses der einzige Verkehr bleiben wird über den wir belastbare Zahlen erheben.“
„Nahmobilität ist für eine Stadt wie Köln entscheidend, und da gehört der Fußverkehr unbedingt dazu. Bei den 3,3 Millionen Euro ist nicht 1 Cent für den Fußverkehr enthalten“, so Anne Grose von Fuß e.V.


e. „In der Verkehrstechnik zur Erstellung bedarfsgerechter Verkehrssteuerungen“
Auch hier fehlen die wichtigen Verkehrsträger Fuß und Rad. „Deshalb stehen diese an den Kölner Ampeln ständig bei Rot, weil sie gar nicht erfasst werden. Und werden auch in Zukunft an roten Ampeln stehen, während der umweltschädliche KFZ-Verkehr ´verstetigt“ fährt“, so Ute Symanski von der Radkomm.
 

4. Braucht es heute noch Zahlen und Prognosen?
Entscheidend ist vielmehr, welche Ziele verfolgt werden. Die aktive Reduzierung des KFZ-Verkehrs im Sinne der Ziele von Köln mobil 2025 ist politisch festgeschrieben. „Dazu braucht es keinen bedarfsgerechten Ausbau von Straßen, sondern einen bedarfsgerechten Ausbau von Fuß- und Radinfrastruktur und eine Stärkung des ÖPNVs“ so Melani Lauven vom VCD. Die Stadt Köln ist verpflichtet, die EU-Grenzwerte zur Luft einzuhalten. Dazu braucht es keine Dauerzählstellen, sondern konkrete Maßnahmen, die die Schadstoffbelastung senken. Und da der KFZ-Verkehr einer der wesentlichen Schadstofferzeuger ist, muss er reduziert werden.

Stellungnahme 
 

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news-6748 Mon, 18 May 2020 11:20:36 +0200 RHEINSCHIENE extra - erste Ausgabe veröffentlicht https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/rheinschiene-extra-erste-ausgabe-veroeffentlicht/ In dieser haben wir auf vier Seiten mehrere Artikel zum Thema ‘Verkehr in Zeiten von Corona in Köln und Region’ sowie einen Gastbeitrag vom Biolandhof der Apfelbacher zusammengestellt. 

Leider mussten wir wegen der Corona-Krise das Erscheinen der Rheinschiene als gedruckte Ausgabe verschieben. Die „Rheinschiene extra“ ist unser Ausgleich dafür, um euch dennoch weiterhin mit aktuellen Informationen und Hintergrundartikeln zum Verkehr in der Region Köln versorgen zu können. 

RHEINSCHIENE extra
 

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news-6763 Sat, 16 May 2020 17:49:00 +0200 Breites Bündnis für Einrichtung temporärer Radspuren https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/breites-buendnis-fuer-einrichtung-temporaerer-radspuren/  

Am Samstag, den 16. Mai 2020 konnten Kölner Radfahrende bei bestem Wetter ein kleines Stück unbeschwertes Radeln in die Innenstadt genießen. Vom Aachener Weiher bis zur Moltkestraße war die rechte von drei Kfz-Fahrspuren für Autos gesperrt und wurde dem Radverkehr zur Verfügung gestellt. Möglich gemacht hat dies ein breites Bündnis Kölner Organisationen: ADFC, Agora, Kidical Mass, Radkomm, Ring Frei, VCD und anderen.

Dieses sonst sehr holprige Stück Fahrradinfrastruktur birgt gleich mehrere Konfliktpunkte, welche so sorglos umfahren werden konnten. Querende Spaziergänger auf dem geteilten Fuß- und Radweg, Behinderung durch Laternen- und Ampelmasten, die fehlende Aufstellfläche an der Fußgängerampel sowie der Unfallschwerpunkt an der Kreuzung Moltkestraße wurden zugunsten aller Verkehrsteilnehmer deutlich entschärft.

Durch die Aktion konnte wirkungsvoll gezeigt werden, welch enormes Potential sogenannte Pop-Up Radspuren haben können. Sie lassen sich schnell einrichten, entzerren Konfliktpunkte und bieten sowohl Radfahrenden als auch Fußgängern jeweils ausreichend Raum.
Gerade jetzt, in Zeiten, in denen viele Straßen ohnehin wie leergefegt erscheinen, fordert der VCD mehr Platz für Radfahrende und Fußgänger*innen. Verfügbare Straßenquerschnitte müssen gerecht zwischen den Verkehrsteilnehmer*innen aufgeteilt werden und das nicht nur in Planungen sondern auch ganz konkret im Hier und Jetzt.
 

Pressemitteilung

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news-6719 Tue, 12 May 2020 10:15:31 +0200 Corona-Krise macht deutlich: Verkehrswende dringender denn je https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/corona-krise-macht-deutlich-verkehrswende-dringender-denn-je/ Die Corona-Krise hat aktuell die Mobilität verändert, der wochenlange Lockdown die Straßen geleert, vor allem aber Busse und Bahnen. Viele Menschen arbeiten im Homeoffice, nicht wenige, die weiter zur Arbeit fahren, sind auf das Rad umgestiegen. Aus Sicht des VCD Dortmund-Unna wird das Folgen auch für die Zeit nach Corona haben. Damit sich die Mobilität nicht in eine falsche, unerwünschte Richtung entwickelt, müssen Stadt und DSW21 jetzt noch viel stärker als geplant in die Verkehrswende investieren, fordert der Verband jetzt in einem Thesenpapier „Mobilität nach Corona – notwendige Maßnahmen für Dortmund“. Nötig ist aus Sicht des VCD auf der einen Seite mehr Platz für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen, auf der anderen Seite mehr Platz in Bussen und Bahnen – und damit mehr Geld für den ÖPNV.


> Diese Pressemitteilung zu Corona als PDF-Datei

> Thesenpapier zu Corona (PDF)

Der ÖPNV ist der Verlierer der Corona-Krise. Die Fahrgastzahlen sind eingebrochen. Ohne Busse und Bahnen aber ist eine Verkehrswende gerade in Metropolregionen wie dem Ruhrgebiet nicht machbar; sie sind das Rückgrat der umweltfreundlichen Mobilität. Und eine Verkehrswende ist notwendig: für den Klimaschutz und um die Stadt lebenswert für Bewohner*innen und Besucher*innen zu gestalten. Um das Vertrauen der Menschen in das System ÖPNV zurückzugewinnen, ist es notwendig, mehr Platz in Bussen und Bahnen zu schaffen, wo immer es möglich ist. Einmal durch einen engeren Takt, zum anderen durch längere Stadtbahnen. DSW21 muss also mehr Fahrzeuge als geplant anschaffen. Natürlich ist dafür Geld erforderlich. Die Politik in der Stadt sollte sich auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass Bund und Länder den ÖPNV jetzt nicht ins Bergfreie fallen lassen.

Viele Menschen sind während der Krise auf das Fahrrad umgestiegen. Anders als in anderen Städten überall auf der Welt – Bogota, Berlin, Budapest – wurde in Dortmund aber nicht mehr Platz für Radfahrer*innen geschaffen, die sogenannten Pop-up Bikelanes (provisorische Radwege auf bisherigen Autospuren) hat die Stadt nicht einrichten wollen. Tatsache aber ist, dass in Dortmund schon ohne Pandemie viel zu wenig Platz für Radfahrer*innen und zu Fuß Gehende da ist. Zum einen muss die Stadt  ihrer Ankündigung, Fahrradstadt zu werden, jetzt Taten folgen lassen, zum anderen auch für Fußgänger*innen mehr Platz schaffen. Das geht nur zulasten des Autoverkehrs. Etwa, indem Falschparken nicht mehr geduldet wird.

Notwendig ist darüber hinaus auch insgesamt eine Entschleunigung des Verkehrs und ein Zurückdrängen des Autoverkehrs. Tempo 30 stadtweit und Tempo 20 in sensiblen Bereichen wie der City oder in Einkaufsstraßen wäre eine notwendige Maßnahme, die autofreie Innenstadt (mit Zufahrt nur für Anwohner und zu Tiefgaragenplätzen) eine andere.

Die Stadt hat zuletzt einige noch zaghafte Schritte in Richtung Verkehrswende getan, Stichworte Fahrradstadt, Mikrodepot, Tempo 30 auf der Ruhrallee. Diesen Weg muss die Stadt jetzt entschlossen weitergehen.

Ansprechpartner: Lorenz Redicker 0179 515 9834

Anlage: Das Thesenpapier des VCD zur Corona-Krise

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news-6714 Mon, 11 May 2020 12:13:05 +0200 Richtigstellung: ASEAG verzichtet NICHT auf "Schwarzfahrer-Zuschlag" https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/richtigstellung-aseag-verzichtet-nicht-auf-schwarzfahrer-zuschlag/ Vor kurzem hieß es in gleichlautenden Artikeln der Aachener Zeitung und den Aachener Nachrichten: “Aseag-Fahrgäste ohne gültiges Fahrticket [...] müssen derzeit kein erhöhtes Beförderungsentgelt fürchten. Das geht aus einer Antwort der Aseag an den Fahrgastverband Pro-Bahn hervor.” Siehe dazu unseren News-Beitrag, in dem wir den Artikel verlinkt hatten.

Mittlerweile hat sich herausgestellt: Das ist falsch. Auf Anfrage teilt die Pressestelle des AVV uns mit:

“Selbstverständlich ist weiterhin ein Ticket erforderlich. Die Ticketpflicht wurde nie aufgehoben. Für die Kontrollen, die auch wieder stattfinden bzw. auch nicht ausgesetzt wurden, sind die Verkehrsunternehmen verantwortlich.”

 

Und das ist keine leere Drohung: Beim VCD sind bereits mehrere Berichte über solche Kontrollen eingegangen. Wir meinen: Formal ist die ASEAG halt im Recht, aber klug ist dieses Verhalten nicht. Bei Schwierigkeiten und in Streitfällen empfehlen wir, sich an die Schlichtungsstelle Nahverkehr zu wenden.

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news-6690 Wed, 06 May 2020 20:58:06 +0200 "Radbügel für Aachen" https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/radbuegel-fuer-aachen/ Der Oberbürgermeister hat offen ausgesprochen: „Wir benötigen mehr Sicherheit und mehr Raum für den Radverkehr in Aachen, dazu gehören auch mehr Fahrradabstellanlagen.”

 

Um möglichst sinnvolle Standorte zu ermitteln, hat die Stadtverwaltung unter radbuegel-aachen.de ein Portal online gestellt, über das man mögliche Orte für Fahrradbügel angeben kann. Durch Klick auf die Schaltfläche “Sagen Sie uns wo” öffnet sich eine Kartenansicht, in der man die gewünschte Position auswählen kann.

Etwas versteckt ist der Verweis auf die Übersicht der bisher schon abgegebenen Meldungen. Daher hier der direkte Link. Gegebenenfalls müssen Sie über die Schaltflächen + und – in die Karte reinzoomen.

 

 

 

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news-6596 Wed, 29 Apr 2020 18:07:45 +0200 Sichere Mobilität in der Pandemie – VCD fordert temporäre Radspuren jetzt https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/sichere-mobilitaet-in-der-pandemie-vcd-fordert-temporaere-radspuren-jetzt/  

 

Etliche Städte setzen in der Coronakrise auf neue Verkehrskonzepte: Sie wollen vor allem den Umstieg auf das Fahrrad erleichtern.

Das Radfahren erweist sich seit dem Ausbruch der Pandemie in Köln und in anderen Städten zunehmend als Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln und zur Nutzung des Autos: Während der Radverkehr an manchen Dauerzählstellen um bis zu 65 % zugenommen hat, schrumpfte der Autoverkehr beinahe um 50 %. Der VCD begrüßt die Initiative von Oberbürgermeisterin Henriette Reker in ihrem Brief an Verkehrsminister Henrik Wüst. „Allerdings brauchen wir heute Lösungen und Angebote für eine pandemieresiliente Mobilität“ sagt Hans-Georg Kleinmann vom VCD-Vorstand. „Die Stadt Köln darf nicht warten, bis das NRW-Verkehrsministerium reagiert, sondern muss jetzt unverzüglich Angebote schaffen.“


Viele Gründe für den gestiegenen Radverkehrsanteil

„Die Gründe für den stark gestiegenen Radverkehrsanteil liegen nach Meinung des VCD auf der Hand“, sagt Hans-Georg Kleinmann: „Radfahren ist umso attraktiver, je weniger Autos auf den Straßen sind. Die Radfahrenden fühlen sich dann sicherer und in besserer Luft – in ganz Köln sind die Feinstaub- und Abgasemissionen stark gesunken. Auch erlaubt das Radfahren körperliche Betätigung zu Zeiten reduzierter Sportangebote. Und nicht zuletzt erfolgen die meisten täglichen Fahrten über kurze Entfernungen – ideale Bedingungen für den Radverkehr.“

 

Mobilität unter Coronabedingungen

Viele Metropolen in Europa suchen derzeit nach Wegen, wie sie Mobilität unter Pandemiebedingungen besser gestalten können und setzen dabei verstärkt auf das Fahrrad. Mehrere Berliner Bezirke schaffen derzeit in Rekordzeit neue Radspuren, um Menschen zum Fahrradfahren zu bewegen. Auch Paris ist dabei, die Straßen teilweise in Fahrradwege zu verwandeln. In Bogota hat man durch die Umwidmung von Auto-zu Radspuren 70 % mehr Radverkehr erzielt, und das bereits vor dem Ausbruch der Pandemie.

 

Separate Radspuren entlang wichtiger Achsen

Der VCD fordert deshalb separate Radspuren entlang wichtiger Achsen – durch Umwidmung von wenig genutzten Autofahrspuren. Möglichst schnell sollten provisorische Fahrradwege geschaffen werden, so wie in Berlin, Paris oder Bogota. Das hat auch den Vorteil, dass sich viel mehr Leute ohne Gesundheitsrisiko fortbewegen können als im Auto.

Der VCD denkt dabei vorrangig an folgende mehrspurige Magistralen:

  •  die Ost-West-Verbindung von Weiden-West über Neumarkt, Deutzer Brücke bis nach Kalk
  • die Riehler Straße und die Nord-Süd-Fahrt
  • der Gürtel von Sülz über Lindenthal und Ehrenfeld bis Nippes
  • die Bergisch Gladbacher Straße und den Pfälzischen Ring

 

Notlösungen können später dauerhaft werden

Der VCD hält es für denkbar, dass aus den Provisorien später dauerhafte Lösungen werden, wenn viele Bürger*innen aufs Fahrrad umsteigen: Die temporären Radspuren, die jetzt geschaffen würden, können als Test angesehen werden. Die Coronakrise zeigt, dass ein entschiedeneres Handeln als bislang möglich und notwendig ist.

Pressemitteilung 

 

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news-6573 Wed, 22 Apr 2020 17:47:34 +0200 Unhaltbare Zustände auf Kölner Einkaufsstraßen https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/unhaltbare-zustaende-auf-koelner-einkaufsstrassen/  

Dr. Reinhard Zietz, Arzt und Vorstandsmitglied beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) war entsetzt, als er am Dienstag das Treiben auf der Dürener Straße betrachten durfte: „Die schmalen Bürgersteige fallen uns in Zeiten von gewünschter räumlicher Distanz auf die Füße.“

Dr. Zietz weiter: „Ich bin sicher, die Menschen hätten gerne Abstand gehalten, auf den Minimal-Bürgersteigen der Dürener Straße ist das jedoch ein aussichtsloses Unterfangen. Die Menschen drängen sich gezwungenermaßen auf den Bürgersteigen wie eh und je. Wenn wir nicht wollen, dass die Einkaufsstraßen zu Infektionsherden einer neuen Welle werden, sind dringende Maßnahmen geboten. Wir können nicht einfach wieder so weitermachen wie vor der Krise.“

Mehr Platz für die Fußgänger*innen

Dr. Zietz schlägt vor, den Fußgänger*innen wesentlich mehr Raum zur Verfügung zu stellen: „Der Raum kann i.d.R. nur von den Autofahrspuren kommen. Entweder wir riskieren einen neuen Shutdown, weil für jeden ersichtlich die Infektionsgefahr in dieser Menschendichte extrem hoch ist, oder wir sperren die Einkaufsstraßen mit den für das Passantenaufkommen zu geringen Gehwegbreiten in den Stadtteilzentren für den Autoverkehr. Ausgenommen sind lediglich Lieferfahrzeuge und Busse sowie der Querverkehr von den Seitenstraßen. Damit stünde den Fußgänger*innen ausreichend Platz zur Verfügung. In manchen Situationen kann es bereits helfen, wenn Parkplätze den Gehwegen zugeschlagen werden.“

Als Beispiele für Einkaufsstraßen mit zu geringen Gehwegbreiten nennt der VCD die Dürener Straße, die Venloer Straße, die Ehrenstraße, den Eigelstein und die Neusser Straße auf der linken Rheinseite und die Deutzer Freiheit, die Frankfurter Straße, die Kalker Hauptstraße und die Dellbrücker Hauptstraße auf der rechten Rheinseite.

Beim VCD weiß man, dass man es mit einer solchen Lösung sicherlich nicht allen recht machen kann. Es geht aber darum, mit Sofortmaßnahmen so schnell wie möglich dem Gesundheitsschutz Rechnung zu tragen. Nachbessern kann man dann in Ruhe.

Nichts-Tun ist gefährlich

Dr. Zietz weiter: „Aus der bisherigen Diskussion wissen wir, dass die Leute ein großes Verständnis für solche Maßnahmen aufbringen. Mit unseren Vorschlägen treffen wir die Wünsche und Forderungen vieler Bürger*innen, das wissen wir aus Gesprächen und Diskussionen. Ganz im Gegenteil, die meisten hätten sicherlich kein Verständnis dafür, wenn die Stadt hier nichts unternähme.“

 

Pressemitteilung

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news-6725 Wed, 22 Apr 2020 09:59:00 +0200 Das traurige Ende der Drehbrücke und der Alfred-Schütte-Allee - Und die glückliche Weiterführung auf der Kitschburger Straße https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/das-traurige-ende-der-drehbruecke-und-der-alfred-schuette-allee-und-die-glueckliche-weiterfuehrung-auf/ Gewonnen wurde in den Zeiten von Corona mehr Platz für die Menschen, die sich mit Abstand bewegen wollen, die sicher Radfahren wollen, für Kinder, die sich auf dem Asphalt bewegten, weil die Spielplätze gesperrt sind. Es gab mehr Ruhe und Erholung für die Menschen am Rhein und im Stadtwald, weil kein Autolärm störte.

Ein Brief der Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker an die Dezernentin Frau Blome bewirkte ein Wunder. Kurzfristig verlängerte die Verwaltung die traditionellen Wochenendsperrungen für die gesamte Zeit der Osterferien.

Selten gab es so viel Lob für eine Maßnahme der Stadt Köln.

Doch leider, leider ging das Märchen abrupt zu Ende. Seit dem Ende der Osterferien heißt es wieder freie Fahrt für den Autoverkehr - obwohl die Bezirksbürgermeisterin Frau Blömer-Frerker nochmals an Frau Blome geschrieben hat
- obwohl die Kontaktsperre bis zum 03.05. 2020 verlängert wurde
- obwohl die Schulen erst langsam öffnen und die Kitas weiter geschlossen sind
- obwohl die Spielplätze noch geschlossen sind
- obwohl so viele Menschen es wollten und wünschten Seit Montag ergibt sich ein neues Bild: Die Kitschburger Straße im Stadtwald ist weiterhin eine Freifläche für die Menschen. Durch die Aufhebung der Sperrung an der Drehbrücke ist der Autoverkehr auf der Alfred-Schütte-Allee wieder möglich.

„Ich würde mir sehr wünschen, dass Köln sich an dem orientiert, was Metropolen in aller Welt gerade tun, um den Alltagsverkehr Pandemie-tauglich zu machen. All die vielen Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten können und mit dem Rad zu ihren Berufen im Krankenhaus, in Pflegeheimen, in Lebensmittelgeschäften fahren, brauchen nun dringend mehr Schutz. Und es ist absehbar, dass dies noch eine ganze Weile so sein wird. Mehr Straßen wie die Kitschburger Straße, übrigens eine Achse zum Elisabeth-Krankenhaus in Lindenthal, brauchen wir derzeit dringend für den Berufsverkehr mit dem Rad.“ sagt Dr. Ute Symanski, Vorsitzende von RADKOMM e.V.

„Wir werden den Raum für Menschen voraussichtlich noch für längere Zeit brauchen. Diese schnelle Erhöhung der Lebensqualität sollte daher auch an anderen Stellen Richtschnur für die Stadt sein. Verbesserungen ohne Anlass zurückzudrehen ist hingegen das falsche Signal.“, sagt Melani Lauven vom VCD.

"Wir hatten uns gewünscht, dass die Verwaltung an weiteren Stellen mehr Platz für Fuß und Rad schafft. Dass nun selbst von den beiden Minimallösungen EINE vorschnell und ohne Begründung zurückgenommen wurde, ist enttäuschend. Das Verkehrsdezernat will die Corona-Krise offenbar aussitzen." Äußert Christian Hölzel vom ADFC Köln.

Wir fordern das Modell Kitschburger Straße an vielen Straßen in Köln . 

Pressemitteilung
 

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news-4632 Mon, 20 Apr 2020 20:20:00 +0200 Neues vom RRX https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/neues-vom-rrx/ Die Offenlegung ist erfolgt. Der VCD hat seine Bedenken geltend gemacht.
Der Erörterungstermin war ursprünglich für den 28. April 2020 vorgesehen, wurde aber inzwischen auf unbestimmte Zeit verschoben. Informationen zum neuen Termin sollen über

www.bezreg-muenster.de/go/verfahren

zu erhalten sein, wenn man den Wegweiser "Planfeststellung Schiene" anklickt.

 

Mitteilung der DB vom 10. Februar 2020:
2021 beginnen die Hauptbauarbeiten. Es ist vorgesehen, diese vor dem Beginn der Fußball-Europameisterschaft 2024 abzuschließen.
Weitere Informationen unter „Zeitplan“:


https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/rhein-ruhr-express

 

Am 22.März 2019 hat die DB in Angermund eine Informationsveranstaltung über die Planung der Streckenerweiterung im Umfeld des S-Bahnhofs Angermund durchgeführt (Planfeststellungsabschnitt 3.1). Dort gibt es zur Zeit vier Gleise, davon zwei für die S-Bahn. Hinzu kommen zwei weitere Gleise für den RRX. Dazu ist ebenfalls ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Näheres hierzu kann man im Internet unter

www.rheinruhrexpress.de/newsreader-duesseldorf/buergerdialog-in-duesseldorf-angermund-vom-22-maerz-2019.html

finden.

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news-6543 Tue, 14 Apr 2020 11:00:03 +0200 Aus 3 mach 9 - Die Wanderbaumallee erhält Zuwachs https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/aus-3-mach-9-die-wanderbaumallee-erhaelt-zuwachs/ Dank der Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt der Stadt Köln ist die Wanderbaumallee um sechs Bäume gewachsen. Diese stehen nun erst einmal auf dem Gelände der Jugendhilfe Köln e.V. in Ehrenfeld, dem neuen Kooperationspartner der WBA, und warten dort auf die Fertigstellung der neuen Moule. 

Den Originalartikel und weitere Informationen zur WBA gibt es hier

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news-6534 Wed, 08 Apr 2020 22:01:08 +0200 (Keine) Fahrscheine in Corona-Zeiten https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/keine-fahrscheine-in-corona-zeiten/ So steht es in einem Zeitungsartikel von heute, 8. 4. 2020. Dort heißt es: “Aseag-Fahrgäste ohne gültiges Fahrticket [...] müssen derzeit kein erhöhtes Beförderungsentgelt fürchten. Das geht aus einer Antwort der Aseag an den Fahrgastverband Pro-Bahn hervor.”

 

Vor einigen Tagen klang das noch anders. Der Grund, warum sich Fahrgäste überhaupt an Pro-Bahn gewandt hatten, war der: In Bussen lassen sich keine Tickets mehr beim Fahrer kaufen. Da es in Aachen, anders als etwa im VRR, keine Fahrscheinautomaten gibt, bleiben nur die Möglichkeiten Dauerkarte, Online-Ticket über die ASEAG-App oder aber der Gang zu einer Vorverkaufsstelle.

Das ist allerdings nicht besonders praktisch. Unter anderem für viele Senioren (aber sicher nicht nur für diese) besteht das Problem, dass sie die App aus verschiedensten Gründen nicht verwenden können oder wollen. Der Gang zur Vorverkaufsstelle erfordert meistens, dass man dort mit dem Bus hinfährt – und zudem bittet der AVV ausdrücklich, den Gang zum Kundencenter zu vermeiden.

Diese Situation hatten laut einem Zeitungsbericht mehrere Aseag-Kunden in einem Brief an Aseag-Vorstand Carmincke bemängelt. Die Antwort klang zunächst noch sinngemäß so: “Dann fahrt doch halt nicht mit dem Bus.”

Jetzt wird also wohl doch von der harten Linie abgewichen. Die jetzige Regelung ist eine pragmatische und einfache Lösung, und ganz ehrlich: Das hätte man auch gleich so beschließen und kommunizieren können.

Was bleibt, ist (mal wieder) eine PR-Katastrophe für die ASEAG.

 

Update 11. 05. 2020:

Die Information in der Zeitung ist falsch. Die ASEAG verlangt weiterhin Fahrschein und führt auch Kontrollen durch.

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news-6532 Tue, 07 Apr 2020 14:55:31 +0200 Abstandhalten ermöglichen – den ersten Schritten für mehr Platz für Fußgänger*innen und Radfahrende müssen weitere folgen https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/abstandhalten-ermoeglichen-den-ersten-schritten-fuer-mehr-platz-fuer-fussgaengerinnen-und-radfahrende/ Der VCD Regionalverband Köln begrüßt die Entscheidung der Kölner Stadtverwaltung für die Dauer der Osterferien, die Kitschburger Straße zwischen Friedrich-Schmidt-Straße und Haydnstraße sowie die Drehbrücke in Köln-Deutz für den Kraftfahrzeugverkehr zu sperren. An diesen Orten wird so eine Entzerrung von Rad- und Fußverkehr unterstützt und die Einhaltung der gebotenen Abstandsregelungen von mindestens 1,50 Metern in der Öffentlichkeit erleichtert.
 

Diese kurzfristig umgesetzte Maßnahme sollte Vorbild sein, auch an anderen stark von Fußgängerinnen und Fußgängern sowie dem Radverkehr frequentierten Orten auf unbürokratische Weise mehr Platz für eben diese Gruppen zu schaffen. Angesichts des erheblich verringerten Kfz-Verkehrs sollte es beispielsweise leicht fallen, an der Rheinuferstraße zwischen Rodenkirchener Brücke und Zoobrücke oder an Universitäts- und Innerer Kanalstraße Kfz-Spuren temporär für den Radverehr freizugeben. Wünschenswert wäre es auch, Lichtsignalanlagen rad- und fußgängerfreundlicher zu gestalten. Dies gilt insbesondere dort, wo die vorhandenen Aufstellflächen die Einhaltung der gesundheitlich gebotenen Mindestabstände unmöglich machen.

Viele Bürgersteige sind darüber hinaus so zugeparkt, dass sich begegnenden oder überholenden Fußgängerinnen und Fußgängern deutlich zu wenig Platz bleibt, um die mindestens erwünschten 1,50 Meter Abstand einhalten zu können und diese daher teilweise auf die Fahrbahn ausweichen. Der VCD Regionalverband Köln fordert daher die Ordnungsbehörden dazu auf, bei ihren Kontrollen nicht nur auf die Einhaltung der Kontaktverbote zu achten, sondern auch die Missachtung von Parkverboten an diesen Stellen konsequenter zu ahnden.

Pressemitteilung

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news-6502 Thu, 26 Mar 2020 23:30:00 +0100 ! Reduzierungen des Zugangebotes ab Samstag, 28.3. https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/reduzierungen-des-zugangebotes-ab-samstag-283/
! UPDATE Fr., 27.3. 14 Uhr !

Aufgrund der aktuellen Coronakrise sehen sich die verantwortlichen Stellen gezungen den Schienenverkehr im HSK ab morgen einzuschränken.

Konkret bedeutet dies für die Obere Ruhrtalbahn:

  • Auf dem RE 17 wird ein durchgehender Zweistundentakt Hagen - Warburg mit Anschluss nach Kassel gefahren. Dabei werden die jeweils ersten und letzten Züge gefahren. Die Züge Richtung Warburg halten zusätzlich in Hoppecke um dort entfallende Halte zu kompensieren. Die Bahnhöfe von Brilon Wald - Warburg werden also nur noch alle 2 Stunden bedient.
  • Der RE 57 bleibt zwischen Dortmund und Bestwig unverändert mit Stundentakt.
  • Die Äste Bestwig – Brilon Stadt und Bestwig – Winterberg werden täglich auf Zweistundentakt reduziert. Nach Brilon betrifft dies nur die zwei Nachmittags-Verstärkerfahrten, nach Winterberg nur das Wochenende.

Unter dem Strich sind die Streichungen auf dieser Strecke noch vergleichsweise moderat und  in der aktuellen Situation vertretbar. Es gibt also einen Stundentakt plus zweistündliche Verdichter, d.h. einen 60/30/30-Takt von Bestwig bis Fröndenberg. Anders gesagt fahren dort 3 von 4 Zügen in 2 Stunden gegenüber dem normalen Fahrplahn.

Das wird für Fahrgäste und Menschen, die in der Krise systemrelevant sind und auf die Bahn angewiesen sind nun noch mehr Probleme bedeuten ihre Ziele zu erreichen.

Die Busanschlüsse an den dafür wichtigen Bahnhöfen wie z.Bsp. Olsberg, Meschede, Freienohl sind durch das fehlen jedes zweiten RE17 beeinträchtigt. Das ganze harmoniert nun nicht mehr mit den stündlichen Zugangeboten in Warburg.

Zur jahrelangen Qualitätskrise durch die PESA-Züge und starken Fahrgast- und Einnahmeverlusten kommt nun diese Krise und Angebotseinschränkung hinzu.

Dagegen werden woanders in NRW seit dem 26.3. wieder mehr Züge gefahren, weil sich durch vorschnelle Kürzungen für die Coronakrise zu hohe Fahrgastdichten in den Zügen ergeben haben. Das betrifft vor allem die S13, S23, RE13 und S68, wie bei den Infos zur Coronakrise auf mobil.nrw zu lesen ist.

Sobald sich weitere gesicherte Details für neue Bus&Bahn-Probleme im HSK ergeben werden wir sie hier informieren. (sw)

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news-6499 Thu, 26 Mar 2020 15:49:52 +0100 ÖPNV in NRW in Corona-Zeiten (aktualisiert am 27.3.) https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/oepnv-in-nrw-in-corona-zeiten-aktualisiert-am-273/  

Für den Verkehrsclub Deutschland VCD ist und bleibt der ÖPNV ein wichtiges Glied bei der Aufrechterhaltung der relevanten Wirtschaftsbereiche und muss deshalb weiterhin ein ausreichendes Angebot vorhalten. Nicht nur müssen Beschäftigte, die kein Auto haben, zur Arbeit kommen können, es geht auch um das grundsätzliche Signal, dass diejenigen, die z.B. aus Umweltgründen auf ein eigenes Auto verzichten, in kritischen Zeiten nicht allein gelassen werden.

Damit der ÖPNV diese Aufgabe leisten kann, kann der Verkehr wegen der stark gesunkenen Nachfrage zwar reduziert werden, es ist aber auf Folgendes zu achten:

  • Beschäftigte müssen morgens verlässlich zur Arbeit kommen. Ein regulärer Samstags-Fahrplan wie z.B. in einer Reihe von Großstädten wie Düsseldorf oder Köln bietet diese Gewähr nicht, da er gerade morgens stark ausgedünnt ist oder erst später einsetzt. Besser ist der normale Ferienfahrplan, der in vielen Städten und Regionen gilt, zumindest muss aber ein Samstagsfahrplan um frühe Fahrten bzw. Verstärkungsfahrten ergänzt werden.
  • Es ist zu sichern, dass für wichtige, insbes. regionale Relationen durch die Ausdünnungen (bei der S-Bahn z.B. von einem 20- auf einen 60-Minuten-Takt) keine unzumutbaren Warte- und Reisezeiten im Berufsverkehr entstehen. Die Verkehrsverbünde müssen das analysieren, dabei auch Fahrgast-Feedback nutzen, und nötigenfalls nachsteuern.
  • Der ÖPNV muss die Gewähr bieten, dass Fahrgäste ausreichend Abstand voneinander halten können und nicht die Bahn zum größten Infektionsrisiko wird. Fahr- und Aufsichtspersonal müssen systematisch beobachten, ob Fahrten zu voll im Sinne der Corona-Regeln sind. In diesem Fall ist umgehend mit längeren Fahrzeugen bzw. Zügen oder Verstärkungsfahrten Abhilfe zu schaffen.
  • Die aktuellen Fahrpläne sollten ohne Zeitverzug vollständig und möglichst eine Woche im Voraus zumindest elektronisch zur Verfügung stehen. Das bedeutet auch, dass Entscheidungen von Politik oder Verkehrsunternehmen einen entsprechenden Vorlauf berücksichtigen müssen.
  • Rückmeldungen und Beschwerden von Fahrgästen ist intensiv nachzugehen.

Der VCD meint, dass diese Regeln nicht überall eingehalten werden, gerade auch in NRW. Wir gehen davon aus, dass die Sondersituation noch einige Zeit andauern wird, so dass Korrekturen dringend nötig sind. Einige gibt es schon wie z.B. die Wiederaufnahme der Verstärkungslinie S68 im Raum Düsseldorf.

Ein Vergleich zeigt, dass in fast allen anderen großen Ballungsräumen in Deutschland die Bahnen ein besseres Angebot liefern als in NRW und z.B. bei der S-Bahn mindestens einen 30-Minuten-Takt fahren. In NRW wurde der Stundentakt „in Abstimmung mit dem Land“ eingeführt, zur „ÖPNV-Offensive“ passt das nicht. Aber auch in anderen Räumen gibt es immer mehr Kritik an überzogenen Kürzungen. Und die Fahrplanauskunft in NRW lieferte am 27.3. früh nicht den seit 21.3. gültigen Fahrplan, inzwischen wurde es aktualisiert. Da ist noch einiges nachzubessern und in Zukunft besser zu organisieren.

Der VCD dankt den Verkehrsunternehmen und ihren Mitarbeiter(inne)n für ihren wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krise.

Hinweise des VCD zu Informationen über das aktuelle ÖPNV-Angebot in NRW und zu regionalen Ansprechpartnern finden Sie unter https://nrw.vcd.org/startseite/detail/news/infos-zum-oepnv-in-nrw-in-corona-zeiten/

Das VCD empfiehlt den Fahrgästen, sich bei Problemen mit regelmäßig überfüllten Wagen, übermäßig verlängerten Reisezeiten u.ä. möglichst umgehend schriftlich per Mail an das betreffende Verkehrsunternehmen zu wenden, am besten mit Kopie an die jeweilige Stadtverwaltung und den Verbund.

Der VCD bietet auch an, über seine Mail-Adresse fahrgastforum@vcd-duesseldorf.de relevante Beobachtungen und kritische Rückmeldungen zu sammeln und an die zuständigen Stellen weiterzugeben. Eine individuelle Rückantwort kann allerdings nicht geleistet werden.

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