Nord

Egal ob Urlauber*innen oder Pendler*innen. Der Bahnhof Altona ist das Drehkreuz für viele Menschen im Norden. Er bietet barrierefreie Umstiegsmöglichkeiten zwischen Fern-, Regional und städtischem Nahverkehr. Die Deutsche Bahn möchte jedoch gemeinsam mit der Stadt Hamburg diesen zentralen Bahnhof im Herzen der Stadt verlegen. Weil dieser kleiner ist und „unter dem Strich“ für mehr Fahrgäste Nach- als Vorteile mit sich bringt, klagt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Nord für den Erhalt von Altona!

Worum geht es bei der Klage für den Erhalt von Altona?

Die Deutsche Bahn möchte gemeinsam mit der Freien und Hansestadt Hamburg den Nah- und Fernbahnhof Altona schließen und durch Diebsteich ersetzen. Auf dem Gelände sollen Wohnungen gebaut werden. Eine Schließung des Fernbahnhofs Altona zugunsten Diebsteichs setzt zwingend voraus, dass Fahrgäste und der Betrieb Vorteile haben. Dabei stützt sich dr VCD auch auf geltendes Eisenbahnrecht. Diese Vorteile sieht der VCD Nord, unterstützt durch die Bürgerinitiative Prellbock Altona, jedoch nicht und klagt deshalb gegen dieses Projekt. Weiterhin ist der VCD Nord überzeugt, dass auch mit dem Erhalt Altonas Wohnungsbau möglich ist.

Wie ist der aktuelle Stand des Verfahrens?

Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hat im August 2018 dem Eilantrag des VCD Nord stattgegeben. Die in den Planungen „vergessene“ Autoverladeanlage ist nur ein vom Gericht benannter offensichtlicher Mangel, der alleine schon zur Verhängung des Baustopps ausreicht. Er ist aber entsprechend der Urteilsbegründung nicht der einzige, und wohl auch nicht der schwerwiegendste. Mit einem Urteil wird noch in diesem Jahr gerechnet.

Aktuell findet ein Dialogverfahren, genannt „Faktencheck“, zwischen dem VCD Nord, der Bürgerinitiative Prellbock Altona sowie Vertreter*innen der Deutschen Bahn, Bezirksamt Altona und diversen Behörden unter Vorsitz von Finanzsenator Dr. Dressel statt. In den Terminen und untergeordneten Arbeitsgruppen werden, anhand eines Sechs-Punkte-Kataloges des VCD, offene Fragen zu Fahrgastbelangen, verkehrlichen Entwicklungen sowie infrastrukturellen, ökologischen, wohnungsbaubezogenen und ökonomischen Aspekten geklärt.

Welche Vorteile soll Diebsteich gegenüber Altona bringen?

Diebsteich als Durchgangsbahnhof mit sechs zusätzlichen Bahnsteigkanten für den Regional- und Fernverkehr macht betriebliches Kopfmachen überflüssig. Mit dem zusätzlichen Halt ergeben sich Vorteile für Reisende aus Teilen Schleswig-Holsteins mit Ziel Verbindungsbahn oder City-Tunnel. Der vorliegende Bebauungsplan sieht am Standort Diebsteich eine Musikhalle und ein kleineren Stadion vor. Wohnungsbau steht nicht im Mittelpunkt.

Was spricht weiter für den Erhalt von Altona?

Altona ist ein bedeutender Wohn- und Arbeitsplatzstandort und verkehrlich das wichtigste Drehkreuz im Norden. Zehntausende Pendler*innen von und nach Schleswig-Holstein und dem Hamburger Westen haben hier ihr Ziel oder steigen hier täglich um. Heute können Fahrgäste aus dem Norden zwischen den Zielen Altona und Hauptbahnhof wählen, nach Umsetzung der Planung müssen sie nach Altona immer in die S-Bahn umsteigen, viele davon sogar zweimal. Der Bahnhof ist der 100%ige barrierefreie Verknüpfungspunkt zwischen Nah- und Fernverkehr sowie zum Hamburger ÖPNV. Weiterhin ist er zentral zwischen zwei Fußgängerzonen gelegen und mit seiner direkten Anbindung an die Innenstadt mit Gastronomie und Einkaufsmöglichkeit im und nahe am Bahnhofsgebäude auch sozialer Ort für den Stadtteil. Mit Altona würde somit auch ein sozialer Treffpunkt Altonas verloren gehen. Altona hat acht Gleise und zusammen mit den beiden Umfahrungsgleisen am Diebsteich stellt er die Kapazität bereit, die ein wachsendes Fahrgast- und damit Zugaufkommen erfordert. Im Gegensatz zu Diebsteich ist Altona zukunftssicher.

Aktuelle Artikel

Nord, Altona, Bahn & Bus, Hamburg, Pressemitteilung
VCD Nord: Hamburg und Schleswig-Holstein

Faktencheck Bahnhof Altona - Ortstermin

Der sehr gut nachgefragte Ortstermin am 09. August führte zu den Stations- und Gleisanlagen im Bereich Altona und Diebsteich. Handlungsbedarf an beiden Orten ist offenkundig, denn der Fern- und Regionalbahnhof Altona ist in die Jahre gekommen und die S-Bahn Station Diebsteich mit dem Fußgängertunnel von Westen verwahrlost. Ernüchternd war der Gang durch das bereits entstandene Neubaugebiet mit einem hohen Anteil an Straßenflächen und weitgehender Bodenversiegelung. Aufschlussreich waren die Ausführungen des Bahngutachters Pöyry, wonach auch bei Fortbestand des Fern- und Regionalbahnhofs Altona in heutiger Kapazität umfassender Wohnungsbau in der Neuen Mitte Altona möglich sein wird. Hierzu werden beim nächsten Fakrtenchecktermin Ende September Pläne vorbereitet.

Gemeinsame Presse-Information

Faktencheck: Beteiligte treffen sich zur Begehung am

Fern- und Regionalbahnhof Hamburg-Altona

Stadt, Deutsche Bahn, VCD und Initiative bleiben zur geplanten Verlegung im Gespräch

Hamburg, 09.08.2019. Mit einem Ortstermin setzten Vertreter der Stadt und der Deutschen Bahn den Faktencheck zur geplanten Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona mit Mitgliedern des Verkehrsclubs Deutschland (VCD Nord) sowie der Bürgerinitiative „Prellbock“ heute fort. Mit Finanzsenator        Dr. Andreas Dressel, Moderator der Runde, besichtigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den aktuellen Kopfbahnhof, den S-Bahnhof Diebsteich sowie das Umfeld der Gleisführung zwischen den Stationen.

In dem gut dreistündigen Termin ging es um den Zustand des Kopfbahnhofs Hamburg-Altona, dessen Gleisbereich nach der geplanten Verlegung an den Diebsteich durch einen Park ersetzt werden soll. Die Runde verschaffte sich einen Überblick über die so genannte Eingleisbrücke („Quietschkurve“) im Bereich Stresemannstraße/Harkortstraße und das angrenzende, für den zweiten Bauabschnitt des Wohnquartiers Mitte Altona vorgesehene Areal. Dort befinden sich Gleisanlagen, die entsprechend der Planung Häusern und Straßen weichen sollen. Abschließend nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer denvon der Bahn für den Fern- und Regionalbahnhof anvisierten neuen Standort am Diebsteich in Augenschein.

Bei den nächsten Treffen im September sollen die Ergebnisse der eingesetzten Arbeitsgruppen vorgestellt und diskutiert sowie das weitere Vorgehen abgestimmt werden.

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Die gemeinsame Begehung war eine unverzichtbare Ergänzung unseres Faktenchecks, weil die reale Draufsicht auf das Gelände immer besser ist als das abstrakte Erörtern am grünen Tisch. Wir wollen auf dieser Grundlage den Faktencheck weiterführen und Konsensmöglichkeiten ausloten.“

Frank Limprecht, Leiter Großprojekte Regionalbereich Nord der Deutschen Bahn: „Dieser Ortstermin war zur Veranschaulichung unserer guten Gründe für die Verlegung wertvoll. Die gemeinsame Begehung hat die aktuelle Problematik offenbart, die der nicht mehr zeitgemäße Kopfbahnhof für den Fern- und Regionalverkehr mit sich bringt. Wir haben das Potenzial und die vielen Vorteile des künftigen Standorts aufgezeigt. Weiterhin werden wir mit Information und Fakten alles dransetzen, das Verständnis für unser geplantes Großprojekt zu schärfen.“

Rainer Schneider, Vorstand VCD Nord: „Die heutige Ortsbesichtigung belegte den Instandhaltungsrückstand trotz der Bedeutung des heutigen Fern- und Regionalbahnhofs als Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Altonas.“

Michael Jung, Sprecher „Prellbock Altona“: „Der Ortstermin hat die dringende Renovierungsbedürftigkeit des jetzigen Fern- und Regionalbahnhofs Altona aufgezeigt, wie auch das Potential für Wohnungsbau auf den freiwerdenden Gleisflächen. Ein Verzicht auf die Bahnhofsverlegung würde es ermöglichen den S-Bahnhof Diebsteich als leistungsfähigen Schnellbahnknoten für den Hamburger Westen mit zwei S-Bahnsteigen auszubauen.“

 

 

 

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Claas Ricker

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Pressestelle der Deutschen Bahn AG     

           

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Prellbock Altona

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Tel. 04038619489

Mob.: 0170 4708026

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