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Flensburg - Zug zum ZOB

Wie kommt der Zug zum ZOB - Bericht vom Workshop von VCD und Pro Bahn in Flensburg

 

Fährt der Zug bald zum ZOB, oder bleibt alles wie es ist?

Den schienengebundenen Regionalverkehr in die Flensburger Innenstadt an den ZOB zu verlegen ist eine Jahrzehnte alte Überlegung. Die Gleise der inzwischen ungenutzten Hafenbahn stünden dazu bereit. Im vergangenen Jahr legte das Planungsbüro SMA ein von der Flensburger Ratsversammlung beauftragtes Gutachten vor, in dem auch diese Option untersucht wurde. Das Ergebnis: Der „Zug zum ZOB“ in Verbindung mit der Reaktivierung der Bahnstrecke Niebüll-Flensburg und der Verlegung des Fernverkehrs nach Weiche weisen das höchste volkswirtschaftliche Potential der untersuchten Varianten auf. Eine Mehrheit der Ratsversammlung lehnte diese Option jedoch ab. Nach aktuellem Stand wünscht sich die Ratsversammlung eine Entwidmung der Gleise der Hafenbahn und die Einrichtung eines Radschnellweges auf dem Bahndamm. Der bisherige Bahnhof soll erhalten und attraktiver werden.

VCD und PRO BAHN: Starker ÖV durch Schienenverkehr

In zwei Fachvorträgen stellten VCD und PRO BAHN ihre Konzepte für den Öffentlichen Verkehr als Diskussionsbeiträge in den Raum. Kern der Entwürfe ist der „Zug zum ZOB“ und die Reaktivierung von Flensburg-Niebüll. Durch den Schienenverkehr in die Innenstadt könnte das Flensburger Umland entlang der Bahnstrecken nach Kiel, Niebüll und Husum in einem anzustrebenden 30-Minuten Takt besser erschlossen werden. Als Ergänzung zum Schienenverkehr regt der VCD ein Bussystem mit Trolleybussen an. Neben dem emissionsfreien Antrieb bieten die Fahrzeuge, die über eine Oberleitung gespeist werden, deutliche Gewichtsvorteile gegenüber Batteriebussen. Deren Akku bringt rund sechs Tonnen Mehrgewicht auf die Straße. Trolleybusse hingegen benötigen für Streckenabschnitte, auf denen ohne Oberleitung gefahren wird, nur eine kleine Batterie. Weitere Vorteile des Trolleybusses sind attraktive Förderbedingungen durch den Bund und die hohe Lebensdauer der Fahrzeuge von rund 20 Jahren.

Fachdiskussionen in Workshops

In mehreren Fachworkshops diskutierten die eingeladenen Politiker, Vertreter der Stadt Flensburg und Fachleute für ÖPNV und Schienenverkehr über die vorgestellten Konzepte und Alternativen, wie ein von den Grünen ins Spiel gebrachtes Tramkonzept. Ein erfolgreicher ÖPNV lebt nicht nur von der Infrastruktur, innovativen Fahrzeugen und einer breiten Erschließung, sondern auch einem attraktiven Tarifsystem. Nicht nur bei diesem Thema wurde auch intensiv über eine bessere grenzüberschreitende, deutsch-dänische Vernetzung diskutiert. Trotz zum Teil unterschiedlicher Vorstellungen vom künftigen ÖV: Es muss etwas passieren in Sachen Bahnverkehr und  ÖV in Flensburg, waren sich alle Teilnehmer einig.