VCD Nord: Hamburg und Schleswig-Holstein,
Güterverkehr,
Mobilität in der Stadt
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Das Unternehmen Starship Technologies beschäftigt sich mit autonomen Liefer-Robotern und ist auf den VCD zugekommen, um sein Produkt vor der Einführung in Deutschland im öffentlichen Raum vorzustellen. Darüber hinaus sucht das Unternehmen den Austausch mit Organisationen wie politischen Parteien und Verkehrsverbänden.
Das in Tallin (Estland) gegründete Unternehmen Starship Technologies gibt es seit 2014. Einer der Gründer von Skype (einer erfolgreichen Software für Videotelefonie) wollte damals autonome Roboter an die amerikanische NASA verkaufen. Nachdem ein Zuschlag nicht erteilt wurde, widmete er sich der Idee, einzelne Gegenstände mittels Robotern an einen bestimmten Ort zu transportieren.
Seit 2021 werden in Deutschland bereits Roboter von Starship Technologies beim Chemie-Unternehmen Wacker in der Intralogistik, also für innerbetriebliche Transportaufgaben, genutzt.
Im Juli 2025 wurde ein „Mapping“ in einen Supermarkt in Hamburg durchgeführt. Durch diesen Prozess lernt der Roboter, wo er sich bei Nutzung der fußgehenden Infrastruktur bewegen darf. Die Wahl der „gemappten“ Infrastruktur wird dem jeweiligen Einsatzland angepasst, in Finnland ist es zum Beispiel die Fahrrad-Infrastruktur.
Dank der eingesetzten Sensor-Technologie unterscheidet der Roboter, was sich in seiner Umgebung befindet, ob Baum oder Mensch, ob anderer Liefer-Roboter oder Tier. Die Technologie ist bereits so weit entwickelt, dass sie z.B. einen Hund von einem Blindenhund unterscheiden kann.
Der Roboter kann auch Geräusche erzeugen und spricht ausschließlich auf Deutsch, wenn notwendig. Bis zu drei vollgepackte Einkaufstüten kann er bis zum Treppenhauseingang transportieren. Privaten Grund soll er nicht berühren, da dieser beim „Mapping“ nicht berücksichtigt wurde.
Starship Technologies teilt uns aufgrund von in anderen Ländern gemachten Erfahrungen mit, dass der Roboter selten für einen Großeinkauf genutzt wird, sondern für kleinere Einkäufe eingesetzt wird, z. B. für Einzelteile, die beim Einkauf vor Ort vergessen wurden.
Die Bedenken unseres Vereins betreffen das menschliche Verhalten: Wenn 100 Personen sich nicht selbst auf den Weg machen und stattdessen 100 Roboter mit 4 km/h diese Aufgabe erledigen soll, führt dieses zu mehr Platzverbrach auf den Gehwegen. Deswegen setzt sich der VCD Nord dafür ein, dass solche Roboter überwiegend an Sammelstellen liefern, um den Anreiz des Einsatzes zu mindern. Vor allem für regelmäßige Fußgänger ist dies sinnvoll. So gibt es mindestens einen kurzen Fußweg – denn in der Regel tut Bewegung gut.
Zudem ist eine große Sorge, dass einsame Menschen noch weniger soziale Kontakte haben. Sie können sich zum Beispiel nicht mehr mit dem Kassenpersonal unterhalten. Dies sollte bedacht werden, weil wir spätestens während der Corona-Pandemie gelernt haben, dass Einsamkeit ein schwerwiegendes Problem werden kann.
Den autonomen Robotern sollten wir uns nicht verschließen, sondern müssen ihren zukünftigen Platzbedarf im öffentlichen Raum schon heute berücksichtigen. Schon deswegen darf Fußweginfrastruktur nicht kleiner werden, sondern muss gegebenenfalls sogar vergrößert werden.
Über das „wie“ des Einsatzes von autonomen Robotern im öffentlichen Raum und notwendige Regulierungen muss debattiert werden.
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