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Die Ergebnisse des Schulwege-Checks für die Grundschule an der Schwale (Faldera) zeigen, dass die aktive Mobilität zu wenig Raum hat. Die Infrastruktur ist kaum auf die Bedürfnisse von Fahrrad- und Fußverkehr ausgelegt. Insgesamt sind die Wege wenig attraktiv für Familien.
Die Ortsgruppe Neumünster des VCD (ökologischer Verkehrsclub Deutschland) führte zusammen mit interessierten Eltern und Kindern drei Schulwege-Checks im Januar und Februar für die Grundschule an der Schwale durch. Sie benutzten dafür drei verschiedene Checklisten. Die Schulwege konnten damit auf Herz und Nieren geprüft werden. Dabei ging es hauptsächlich darum, wie fahrrad- und fußgängerfreundlich die Umgebung der Schule ist.
Neumünster, Mi., 19. März 2026 Zu den wichtigsten Ergebnissen gehört, dass die Fußwege um das Schulgelände herum meist zu schmal sind. Ludmila Schlahn machte bei allen Tests mit und sagt dazu:
„Die Kinder haben beim Überqueren des Uker Platzes, der Augustenburger Straße und der Itzehoer Straße Schwierigkeiten. An der Itzehoer Straße und am Ukerplatz fehlen die Gehwege auf einer Straßenseite sogar ganz. Die selbstständige Mobilität der Kinder wird hier auch durch die vielen autogerechten Parkplätze eingeschränkt. Es entsteht morgens ein gefährliches Verkehrschaos. Teilweise wird sogar kurz im absoluten Halteverbot gestoppt. Hier müssten die Behörden konsequenter kontrollieren. Wir haben insgesamt 62 Parkplätze gezählt – die Haltemöglichkeiten an der Ehndorfer und der Augustenburger Straße sind dabei nicht mitgerechnet.“
Die mangelnde Barrierefreiheit macht sich auch dadurch bemerkbar, dass FußgängerInnen an manchen Stellen auf die Fahrbahn ausweichen müssen, um aneinander vorbeizukommen. Katja Schulz (Sprecherin der VCD-Ortsgruppe) ergänzt:
„Die veraltete Infrastruktur auf den Schulwegen führt an den vielbefahrenen Straßen zu eingeschränkter Verkehrssicherheit, mehr Konflikten zwischen den Menschen und auch zu einer schlechten Aufenthaltsqualität. Die Verkehrsplanung von damals hat einseitig den Autoverkehr gefördert. In den 1960er-Jahren gab es allerdings sehr viel weniger Autos. Heutzutage entstehen aber ein Fünftel aller Unfälle in der Stadt allein beim Ein- und Ausparken. Hier kann zum Beispiel ein Ausgleich geschaffen werden durch die Anlage von Grünflächen, deutlich mehr sichere Querungen sowie durch die Beschränkung des fließenden Verkehrs und der Parkmöglichkeiten.“
Sichere Fahrradwege sind im Umfeld der Schule nicht vorhanden. Auf dem Gelände der Grundschule an der Schwale stehen den Kindern 90 Roller- und Fahrradabstellmöglichkeiten zur Verfügung. Nur wenige davon sind diebstahl- und wettergeschützt.
Ludmila Schlahn (VCD-Ortsgruppe) merkt dazu an:
„Es ist sinnvoll, mehr hochwertige Abstellplätze für Fahrräder und Roller aufzubauen, eventuell auch in Absprache mit dem Kindergarten der Kirche. Bisher fehlt eine Fahrradstraße in Faldera. Das macht unseren Stadtteil nicht so attraktiv für junge Familien. Für Kinder, die gerade erst Fahrrad fahren lernen, und Eltern mit Fahrradanhängern oder Lastenrädern gibt es zu wenig adäquate Infrastruktur.“
Katja Schulz ergänzt:
„Besonders der Drive-in am Uker Platz zur Ehndorfer Straße hin sollte durch klappbare Modalfilter für alle aktiven Mobilitätsformen sicherer gemacht und geöffnet werden. Das erleichtert es den Schulkindern, selbstständig anzukommen. Durch die aktive Mobilität vor Schulbeginn können sie sich besser konzentrieren und lernen. Der Platz sollte durch Bäume und Blumen aufgewertet werden. Fußwege, die dem realen Bedarf tatsächlich entsprechen, sind in diesem sensiblen Bereich sehr wichtig. Natürlich kann auch die geplante Schulstraße zu einer deutlichen Entspannung der chaotischen Lage beitragen.“
Weitere Ergebnisse des Schulwege-Tests sind:
Die vollständige Liste mit den Ergebnissen und Empfehlungen kann bei der Ortsgruppe unter nms@vcd-nord.de angefordert werden. Wer Interesse daran hat, einen Schulwege-Check an der eigenen Schule durchzuführen, kann sich entweder an die Ortsgruppe oder direkt an den VCD-Bildungsservice wenden. Es gibt die Checks sowohl für Grundschulen als auch für weiterführende Schulen.