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PM: U5 statt S6: VCD Nord sieht Vorteile, mahnt aber bessere Erschließung an

Der Hamburger Senat hat entschieden, die Anbindung von Lurup und Osdorfer Born nicht mit der neuen S-Bahn-Linie S6, sondern über eine Verlängerung der U5 zu planen. Der VCD Nord bewertet diese Planänderung grundsätzlich positiv, da Vorhaben unter Verantwortung der Hochbahn erfahrungsgemäß schneller und zuverlässiger realisiert werden als Projekte der Deutschen Bahn.

 

Ein zentraler Kritikpunkt des VCD Nord an der S6 war stets, dass die geplante Linienführung aus Osdorf kommend den neuen Fernbahnhof Diebsteich um etwa 500 Meter verfehlt hätte und somit kein Umstieg in den Citytunnel der S-Bahn möglich gewesen wäre. Mit der Anbindung durch die U5 ist ein solcher Umstieg in Stellingen nun gewährleistet. Hinzu kommt, dass die S6 nach Berechnungen nicht wirtschaftlich gewesen wäre und wegen fehlender Kapazitäten im Innenstadtbereich langfristig nicht über einen 10-Minuten-Takt hinaus hätte ausgebaut werden können. Die U5 dagegen bietet eine deutliche Leistungsreserve bis hin zu einem 2-Minuten-Takt.

Die im Raum stehende Idee einer „S6-kurz“ bis Trabrennbahn Bahrenfeld hält der VCD Nord allerdings nicht für tragfähig und geht deshalb davon aus, dass die S6-West nun nicht mehr umgesetzt wird. Ohne die Hauptverkehrsströme aus Lurup und Osdorfer Born entfällt die Grundlage für diese Tunnelstrecke. Stattdessen spricht sich der VCD Nord für eine Stadtbahnverbindung ab Diebsteich aus, die sinnvoll mit dem Fern- und Regionalverkehr verknüpft werden könnte.

Mit der neuen Ausrichtung ist es nun entscheidend, die bestmögliche Erschließung der Quartiere sicherzustellen. Erste Planungsskizzen des Senats lassen aber zwischen den Arenen und Osdorf keine ausreichende Abdeckung erkennen. Sie wirken weniger wie eine ernsthafte U-Bahn-Planung für Lurup und Osdorfer Born, sondern eher wie eine bloße Fortschreibung der ehemaligen S6-Stationen. Um die Aufkommensschwerpunkte gezielter zu bedienen, schlägt der VCD Nord deshalb eine alternative Linienführung der U5 vor. Die Fahrzeit würde sich dabei um weniger als fünf Minuten verlängern, wird aber durch kürzere Zugangswege mehr als ausgeglichen. So wäre eine Station in unmittelbarer Nähe des DESY an der Luruper Hauptstraße realisierbar; ein unterirdischer Fahrsteig könnte den U-Bahn-Zugang direkt bis zum Forschungsgelände verlängern. Das DESY würde dadurch wesentlich schneller von einem direkten Schnellbahnanschluss profitieren, statt auf den verzögerten und umständlichen Anschluss durch die S6 angewiesen zu sein.

Darüber hinaus fordert der VCD Nord Bauvorleistungen für künftige Entwicklungen, um spätere aufwändige Nachrüstungen wie an der Horner Rennbahn zu vermeiden. Unter der Luruper Hauptstraße wäre ein Abzweig Richtung Schenefeld als Bauvorleistung vorzusehen. Auch östlich des Behrmannplatzes sollte eine Bauvorleistung geschaffen werden. Sie kann einer möglichen Direktverbindung von Osdorfer Born über Lurup und Stellingen in Richtung Alsterdorf dienen, die ab Sengelmannstraße auf der U1 oder der U5 weiterverkehren könnte. Dadurch könnten Lurup und Osdorfer Born doppelt profitieren: zum einen unmittelbar durch die Anbindung an die U5, zum anderen durch neue Möglichkeiten für künftige Verbindungen.

Der VCD Nord erwartet, dass die jetzige Entscheidung nicht allein unter dem Aspekt der schnelleren Realisierung betrachtet wird, sondern als Grundlage für eine zukunftsfähige und nachhaltige Anbindung des Hamburger Westens dient. Denn die Umplanung schafft echte Verbesserungsmöglichkeiten – würden diese nicht genutzt, käme das einem fatalen Zeichen an die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtteile gleich.

 

Kontakt für Rückfragen:

Jonas Spanier, Vorstandsmitglied VCD Nord
 Email: jonas.spanier@vcd-nord.de

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