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PM: VCD Nord unterstützt Streik für Neubaustrecke Hamburg – Hannover und stellt eigenes Konzept vor

„Für die Schiene auf die Straße“ – Unter diesem Motto rufen Fridays for Future, der VCD Landesverband Niedersachsen und weitere Verbände gemeinsam am 18.09.2025 zu einer Kundgebung nach Hannover auf. Auch der Landesverband Nord des VCD, der Hamburg und Schleswig-Holstein umfasst, unterstützt den Aufruf und bringt ein eigenes Konzept in die Debatte ein.

Der VCD Nord begrüßt die Entscheidung der Deutschen Bahn, eine Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover entlang der A7 und B3 zu planen und zugleich die Bestandsstrecke zu sanieren. Aus 29 möglichen Varianten wurde diese Lösung als die beste gewählt, da sie den aktuellen und zukünftigen Kapazitätsbedarf deckt und gleichzeitig den Deutschlandtakt ermöglicht. Laut DB ist diese Variante auch die wirtschaftlichste. 

Die Neubauvariante entlang A7 und B3 wird nicht nur den Fernverkehr verbessern, sondern auch den Regionalverkehr durch neue Haltestellen in Soltau und Bergen stärken. Damit wird die ländliche Region besser erschlossen, was auch für die Wirtschaft vor Ort von Vorteil ist. Die Aussagen des niedersächsischen Verkehrsministers, die Strecke bringe keinen Nutzen für die Menschen in der Region, weist der VCD Nord zurück. „Minister Tonne verbreitet hier falsche Informationen. Diese Strecke bietet der Region eine echte Chance auf besseren Zugang zum schnellen Bahnnetz“, erklärt Jonas Spanier, Vorstandsmitglied des VCD Nord.

Der VCD Nord hat zudem ein Konzept entwickelt, das mit wenigen zusätzlichen Maßnahmen die Anbindung der Region noch weiter verbessern würde:

  • Zusätzliche Regionalhalte bei Bispingen, Garlstorf und Ramelsloh (Kreuzungspunkt der NBS Hamburg–Hannover und der für den ÖPNV zu reaktivierenden Strecke Buchholz–Maschen)
  • Ersatz des 5 km von Soltau entfernt liegenden Halts direkt an der Neubaustrecke durch eine „Soltauer Schleife“, welche neben einem in fußläufiger Entfernung zum Stadtzentrum gelegenen neuen Heidekreuz Soltau auch einen RE-Halt am Heidepark ermöglicht.
  • Der für dieses Szenario erstellte Zielfahrplan enthält neben einem stündlichen Regional-Express auch einen zweistündlichen IC-Halt am zentrumsnahen, neuen Heidekreuz Soltau.

Diese Einzelvorhaben können dabei unabhängig von der Neubaustrecke bewertet und finanziert werden, wie es z.B. beim Bahnhof Merklingen an der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm geschehen ist.

Auch das Argument für einen Bestandsausbau fällt bei genauer Betrachtung auseinander. Bereits heute fahren auf der Bestandsstrecke rund 200 Züge täglich, und in Zukunft sind es über 400. Zwei zusätzliche Gleise wären nur mit massiven Eingriffen in Wohngebiete möglich. Ein Ausbau würde keine echte Lösung für den wachsenden Bedarf bieten.

Um den Schienenverkehr zu stärken, braucht es neue, leistungsfähige Strecken. Jede Person und jedes Gut, das auf der neuen Strecke statt auf der A7 fährt, spart CO₂ und Stau. Klimaschutz funktioniert nur mit genug Kapazität auf der Schiene. Der Neubau der Strecke ist deshalb eine langfristige, nachhaltige Investition. Wer echte Verkehrsverlagerung will, muss neue Strecken bauen. Ein weiterer Ausbau der A7 würde nur zu mehr Beton und CO₂ führen.

„Eine sachliche Debatte ist dringend nötig. Wir müssen gemeinsam an einer Lösung arbeiten, die sowohl dem Klima als auch den Menschen zugutekommt“, erklärt Jonas Spanier weiter. „Wir als VCD fordern wir eine ehrliche, faktenbasierte Debatte und sprechen uns für einen offenen Dialog mit Anwohnenden, Verbänden und Kommunen aus. Die DB und die betroffenen Regionen können hier auf unsere Unterstützung bauen.“

Aufruf Fridays for Future und VCD Niedersachsen:
“Für die Schiene auf die Straße - Verbände streiken gemeinsam für eine Neubaustrecke Hamburg – Hannover"

Für Rückfragen:
Jonas Spanier, Vorstandsmitglied VCD Nord, jonas.spanier@vcd-nord.de 

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