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Als Elon Musk 2013 die Idee eines „Hyperloop“ vorstellte, hatte dies genau einen Zweck: Die glanzvolle neue Idee sollte bei der Planung einer Eisenbahn-Schnellfahrstrecke in Kalifornien Sand ins Getriebe streuen, da diese in Konkurrenz zum Autoverkehr und damit zu Musks Firma Tesla stünde. Die Message: Man bräuchte ja jetzt nicht in eine bald schon veraltete Technologie investieren. Dass der Hyperloop mit hoher Wahrscheinlichkeit nie Realität werden würde, war Musk durchaus bewusst, aber es ging von Anfang an ausschließlich um die Verhinderung echten Fortschritts.
Der VCD Nord kritisiert scharf, dass Hamburg und Schleswig-Holstein im Zuge einer möglichen Olympia-Bewerbung dieses Vorgehen kopieren. Anstatt dass echte und offensichtliche Probleme des Schienenknotens Hamburg mit vorhandener Technologie endlich gelöst werden, wird mit dem Hyperloop eine Nebelkerze gezündet.
Weder ist die Tatsache, dass man zwischen Hamburg und Kiel nicht in unter 15 Minuten reisen kann, ein echtes Verkehrsproblem, noch ist der Hyperloop eine reale Technologie, mit deren Einsatz absehbar zu planen ist. Die echten Probleme des öffentlichen Verkehrs in und um Hamburg liegen an der Überlastung des Hamburger Hauptbahnhofs, und davon ausgehend an der Verbindungsbahn nach Altona und den Elbbrücken. Für die Lösung dieser Probleme bedarf es keiner inexistenten Technologie, sondern nur dem politischen Willen, vorhandene Technologie richtig einzusetzen. Hierzu hat der VCD Nord umfassende Konzepte erarbeitet, deren Umsetzung mutmaßlich weitaus weniger Finanzmittel binden, als es bei der Entwicklung und Errichtung eines Hyperloop der Fall wäre.
„Finanzielle und planerische Ressourcen müssen für die Lösung echter Probleme mit echten Technologien eingesetzt werden. Sie dürfen nicht auf Pläne aus Elon Musks Wolkenkuckucksheim gelenkt werden, die kein Problem lösen würden und zur ÖPNV-Verhinderung ersonnen wurden“, sagt Jonas Spanier, Vorstandsmitglied des VCD Nord.
„Insbesondere der Hamburger Senat steht in der Verantwortung, sich stattdessen auf real umsetzbare Vorhaben zu konzentrieren, welche die echten Schienenverkehrsprobleme lösen. Der VCD hat hierzu Vorschläge eingebracht, die dem im Gegensatz zu Hyperloop-Träumen gerecht werden.“
Der VCD Nord tritt klar für eine Verbesserung der Fernverkehrsanbindung Kiels ein. Dafür braucht es keine Schallgeschwindigkeit, sondern ein quantitativ größeres Angebot. Dies ist nicht nur für potenzielle olympische Spiele nötig, sondern auch für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort, sowie für die An- und Abreise von Kreuzfahrt-Passagieren. Letztere sorgen häufig für eine Überfüllung der Nahverkehrslinien zwischen Hamburg und Kiel, obwohl es sich um Fernverkehrsreisende handelt. Derzeit fahren gerade einmal 8 bis 9 Fernzüge pro Tag aus Süddeutschland über Hamburg hinaus nach Kiel. Mit einer sofortigen Erweiterung dieses Angebots lässt sich wesentlich effektiver eine spürbare Verbesserung erreichen. Mit der Verlegung des Bahnhofs Altona als Durchgangsbahnhof nach Diebsteich werden solche Fernzug-Verlängerungen nach Kiel künftig sogar noch deutlich begünstigt.
Kontakt für Rückfragen:
Jonas Spanier, jonas.spanier@vcd-nord.de