Nord,
Hamburg aktuell,
VCD Nord: Hamburg und Schleswig-Holstein,
Altona,
Bahn & Bus,
Hamburg,
Pressemitteilung,
Verkehrspolitik
News-System (PMs & Nachrichten)
Nach der jüngsten Entscheidung des Bundes, den Verbindungsbahn-Entlastungstunnel (VET) auf die niedrigste Prioritätsstufe zu setzen, rückt ein möglicher Bau in weite Ferne – frühestens ab 2050 soll es losgehen. Hamburgs Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks hat daraufhin angekündigt, die U5 unabhängig vom VET weiterzubauen und auf technische Vorhaltungen für den VET zu verzichten.
Der VCD Nord begrüßt diesen Schritt und fordert, dass nun auch beim Bahnhofsgebäude am neuen Bahnhof Altona in Diebsteich sowie bei der Schienenanbindung von Lurup und Osdorfer Born Klarheit geschaffen wird.
„Es wäre sinnlos, diese wichtigen Projekte weiterhin mit Rücksicht auf einen Tunnel zu verzögern, dessen Bau in den nächsten 25 Jahren nicht begonnen wird. Um die dringend notwendigen Projekte weiter voranzubringen, braucht es jetzt Planungssicherheit“, sagt Alexander Montana, Vorstandsmitglied des VCD Nord.
Gleichzeitig sieht der VCD die Ankündigung des Bundesverkehrsministeriums, im Rahmen einer groß angelegten Knotenstudie auch neue Lösungsansätze für den Schienenknoten Hamburg zu prüfen, als Chance, den seit Jahren überlasteten Hauptbahnhof tatsächlich zu entlasten. Der Verband hat mit der Veröffentlichung des Konzeptes „Schiene Plus“ einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, der den Ausbau des Bahnhofs Berliner Tor zum zentralen Knotenbahnhof vorsieht und die Verbindungsbahn durch die Umleitung von Leerfahrten über eine zweigleisig ausgebaute Güterumgehungsbahn entlastet. Die Machbarkeit des Ausbaus der Güterumgehungsbahn wurde bereits im Dialogforum Schiene Hamburg-Altona, in dem der VCD Nord Partner ist, untersucht und bestätigt. Die über 200 Seiten umfassende vollständige Konzeptdokumentation zu Schiene Plus ist ab sofort unter publikation.schiene-plus.hamburg abrufbar.
In der letzten Sitzung des Lenkungskreises des Dialogforums hat Senator Tjarks zu Protokoll gegeben, er könne sich vorstellen, das Konzept Schiene Plus auf Wunsch des VCD an den Bund heranzutragen, damit es in die Knotenstudie einbezogen werden kann. Der VCD Nord erwartet nun, dass diese mündliche Zusage schriftlich fixiert und verbindlich gemacht wird.
Parallel dazu wurde auch vereinsintern die künftige Rolle des VCD Nord im Dialogforum beraten: Am 30. August 2025 hat eine außerordentliche Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen, das Forum bis 2029 weiter mitzugestalten, so wie es in der Vereinbarung von 2020 festgelegt wurde. Die Mitgliederversammlung machte aber zugleich deutlich, dass eine weitere Mitarbeit nur dann sinnvoll möglich ist, wenn die Finanzierung durch DB und Stadt Hamburg fortgesetzt wird und der Verkehrssenator seine Zusage zum Konzept Schiene Plus verbindlich verschriftlicht.
„Die Verschiebung des VET in die Zeit nach 2050 ist eine klare Zäsur. Jetzt müssen wir die Zeit nutzen, um realisierbare Projekte ohne weitere Verzögerung umzusetzen und mit Schiene Plus einen tragfähigen neuen Planungsansatz in die Diskussion einzubringen“, betont Jonas Spanier.
Kontakt für Rückfragen:
E-Mail: jonas.spanier@vcd-nord.de